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Großinvestition am Frankfurter Flughafen: Neue Flugsteige für den Airbus A 380

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2012, Seite 3 - 12. Alle Rechte vorbehalten.
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„Spielverderber“ schimpft man ihn gelegentlich. Solcher Kritik hält ein Projektkaufmann mit breitem Kreuz stand. Projektkaufleute sind Kämmerer von Projekten, Hüter der Kasse, die Anwälte des Ökonomischen. Dabei weisen die Kaufleute die Ingenieure ihres Teams gelegentlich in die Grenzen: Solange für eine technische Idee die Finanzierung nicht auf soliden Füßen steht, bleibt der Plan in der Schublade. „Im Gegenzug sorgen Kostenmanager wie ich dafür, dass die Mittel bis zum Projektende reichen“, erklärt der kaufmännische Programmleiter Gregor Oleniczak. Der studierte Volkswirt und gelernte Bankkaufmann verantwortet den Haushalt für den Neubau eines fast 800 Meter langen Flugsteigs am Frankfurter Airport. Zum Sommer dieses Jahres wird hier das Großraumflugzeug Airbus A 380 festmachen. Transparenz, Validität und Ordnung – mit diesen kaufmännischen Tugenden führt Gregor Oleniczak das Projektbudget dieses Großvorhabens.


Gregor Oleniczak (Jahrgang
1968) war von 2005 bis
2011 als kaufmännischer
Programmleiter bei der
Fraport AG für die
Kostensteuerung des
Großprojekts Flugsteig
A-Plus verantwortlich.
Er hat seine Ausbildung
zum Bankkaufmann bei
Merck, Finck & Co.
Privatbankiers absolviert
und im Anschluss sein
Studium der Wirtschafts-
und Sozialwissenschaften
als Diplom-Volkswirt
abgeschlossen. Bei der
Fraport AG hat er
unterschiedliche
Positionen durchlaufen.
(Foto: privat)

Wer sich etwas in der Politik auskennt, der weiß: Auf ökonomischen Sachverstand will niemand verzichten. Doch zu spüren bekommen will ihn keiner. Ähnliches gilt auch im Projektmanagement. Projektkaufleute und Kostenmanager halten dem Team den Spiegel vor. Manche technische Vision scheitert dann am Veto der Kaufleute – immer mit dem Ziel, dass die Budgets ausreichen und dass auskömmlich gewirtschaftet wird.

Gregor Oleniczak: Ein Baugroßprojekt wäre anders kaum zu bewältigen. Geführt wird das Projekt von zwei Programmleitern, einem technischen und einem kaufmännischen. Beide Bereiche – das Technische und das Ökonomische – werden beim Programmmanagement gleichermaßen abgedeckt.

Versteht sich. Sie bauen einen 790 Meter langen Flugsteig am Frankfurter Flughafen, der viel – sehr viel – Geld kostet. Was auffällt: Kaufmann und Techniker begegnen sich in Ihrem Projekt auf Augenhöhe. So etwas findet sich noch recht selten in der Welt des Projektmanagements.

Bei unserem Projekt wäre eine andere Konstellation von Kaufmännischem und Technischem schwer denkbar. Wir erweitern das Terminal 1 um einen neuen Flugsteig, um Platz zu schaffen vor allem für Großraumflugzeuge, insbesondere den Airbus A 380. Hauptnutzer wird die Lufthansa AG sein. Es entsteht ein komplett neues Gebäude mit Flugsteigen, Einkaufsmöglichkeiten und gastronomischen Angeboten – alles in allem 185.000 Quadratmeter Grundfläche. Hinzu kommt die gesamte Technik für die Abfertigung der Flieger, die für jährlich rund sechs Millionen Fluggäste ausgelegt ist. Außerdem umschließt unser Projekt die Vorfeldflächen, nochmals rund 240.000 Quadratmeter.



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