Wie echte Veränderungen entstehen
Von Verena Korn
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 5/2011, Seite 34 - 40. Alle Rechte vorbehalten.
Projektleitende werden in immer stärkerem Maße als Führungskräfte und Teamentwickler gefordert: Sie arbeiten mit vielfältigen, gemischten Teams, deren Zusammensetzung sich rasch ändern kann. In Projektteams, die als Matrix organisiert sind, müssen Mitarbeiter aus anderen Abteilungen und Bereichen des Unternehmens integriert werden. Demzufolge steigen die Anforderungen an die Projektleitenden und ihre Fähigkeit, Teams aufzubauen, zu führen und Konflikte zu lösen. Im nachfolgenden Artikel wird ein praxiserprobtes Instrument vorgestellt, das Projektleitenden und Teamentwicklern bei der Rollenklärung, Teambildung und Konfliktlösung hilft.
1. Einleitung
Wenn in Projekten ein Konflikt oder ein Veränderungsbedarf erkannt wird, werden vielfach Maßnahmen festgelegt, die sich auf Verhaltensänderungen beziehen, zum Beispiel „Überstunden werden künftig vermieden“. Einige Zeit nachdem die Maßnahmen definiert wurden, macht sich oft Enttäuschung breit: Es hat sich nichts geändert.
Die Ursache, weshalb Verbesserungsmaßnahmen nicht greifen, liegt häufig darin, dass die Überzeugungen und Fähigkeiten in einem Team bei der Maßnahmendefinition nicht berücksichtigt werden. So kann beim Beispiel „Überstunden“ die Überzeugung im Team vorliegen, dass „der Projektabschluss sowieso immer nur durch Nachtschichten erreicht werden kann“. Möglicher weise ist auch die Fähigkeit noch nicht entwickelt, Aufgaben zu priorisieren, oder es fehlt das Durchsetzungsvermögen, späte Change Requests abzulehnen, was dann wiederum in Überstunden mündet.

Abb. 1: Schematische Darstellung der logischen Ebenen
und Anzahl der Ausprägungen
Das Instrument der logischen Ebenen berücksichtigt alle Dimensionen, die bearbeitet werden sollten, damit eine dauerhafte Entwicklung und Veränderung erreicht werden kann. Anhand von drei Beispielen – der Rollenklärung einer Projektleiterin, der Bildung eines Teams und der Konfliktlösung in einem Team – möchte ich zeigen, wie das Werkzeug für Veränderungen in verschiedenen Kontexten genutzt werden kann.
... Weiterlesen in PDF-Ausgabe (Für registrierte GPM-Mitglieder)