Qualitative Feedbackmodellierung zur Komplexitätsbewältigung

Von Stefan Grösser

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 5/2011, Seite 18 - 25. Alle Rechte vorbehalten.
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Gründe für nicht erfolgreiche Projekte sind zum Beispiel Kommunikationsprobleme oder Mangel an qualifizierten Projektmitarbeitern. Dies sind jedoch nur Symptome für tiefer liegende Ursachen. Eine davon ist dynamische Komplexität, welche durch die Eigenschaften eines Systems (Verzögerungen, Rückkopplungsbeziehungen, Akkumulationen, Nichtlinearitäten) erzeugt wird. Dynamische Komplexität unterscheidet sich fundamental von Detailkomplexität. Der größte Hebel für Projektverbesserungen liegt im Management dynamischer Komplexität. Jedoch fehlen die dafür benötigten Methoden weitestgehend. Dieser Artikel stellt Feedbackmodellierung als eine Möglichkeit vor, dynamische Komplexität zu erfassen. Dadurch kann die Planung wie das Management von Projekten robuster ausgestaltet werden.

Ausgangssituation

Projektmanagement ist eine Methodik zur effizienten Projektführung mit der Aufgabe der kosten-, termin- und sachgerechten Projektdurchführung. Erfolgreiches Projektmanagement ist ein essenzieller Baustein für nachhaltigen Unternehmenserfolg. In den letzten Jahren hat sich die Umweltdynamik stetig erhöht. Gleichzeitig werden Projekte als Mittel der Zielerreichung in Unternehmen immer selbstverständlicher. Trotz dieser Veränderungen schlagen immer noch viele Projekte fehl: Die Misserfolgsquote von Projekten bleibt auf einem hohen Niveau. Dies ist ein ernst zu nehmendes Problem, insbesondere wenn die Wichtigkeit von Projekten in Zukunft weiter zunimmt. Forschung über Erfolg- bzw. Misserfolg von Projekten findet unisono folgende Faktoren: unklare Anforderungen bzw. Projektziele, mangelhafte Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten, Nichtverfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeitern und fehlende Ressourcen beim Projektstart. Sind diese Faktoren jedoch wirklich Ursachen oder sind sie vielleicht nur Symptome für tiefer liegende Ursachen? Der im Qualitätsmanagement etablierte Begriff der Grundursache (Root Cause) adressiert dieses Problem. Ich argumentiere, dass dynamische Komplexität eine der zugrunde liegenden Ursachen für einen signifikanten Anteil nicht erfolgreicher Projekte ist. Darauf aufbauend werde ich die qualitative Methode der Feedbackmodellierung als eine Möglichkeit einführen, dynamische Komplexität wirksam zu erfassen.



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