Von Reinhard Wagner
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2011, Seite 44 - 45. Alle Rechte vorbehalten.
Die deutsche Wirtschaft ist ausgesprochen gut durch die konjunkturelle Krise gekommen. Tempo und Stärke der V-förmigen Erholung überraschten die Fachleute so sehr, dass sie ihre Prognosen im letzten Jahr ständig nach oben korrigiert haben. Mit einem Wachstum von 3,6 Prozent 2010 war Deutschland weltweit Wachstumsstar. Und für 2011 wird weiteres Wachstum vorhergesagt. Besonders der Export und das Nachholen von Investitionen fordern die Unternehmen; hinzu kommen zügige Neuentwicklungen von Produkten sowie IT-Vorhaben. Fazit: Der Aufschwung bringt eine Fülle anspruchsvoller Projekte mit sich. Damit ist die Leistungsfähigkeit von Projektmanagement im Unternehmen gefordert.
Projektmanager koordinieren bekanntlich die vielen Aktivitäten auf das gewünschte Ergebnis hin. Sie müssen dabei anspruchsvolle Rahmenbedingungen einhalten, wie etwa hohe Qualität, geringe Kosten und enge Termine. Ein möglichst wirksames Management der Projekte stellt damit eine wichtige Kernkompetenz von Unternehmen dar. Die Leistungsfähigkeit ihres Projektmanagements entscheidet über den Erfolg im weltweiten Wettbewerb.
Wie ist es um die Leistungsfähigkeit im Projektmanagement in Deutschland bestellt? Untersuchungen der GPM in verschiedenen Branchen sowie im weltweiten Vergleich ergeben erhebliches Verbesserungspotenzial. So zeigte der „Global PM Survey“ der GPM im letzten Jahr, dass beispielsweise in Deutschland das Topmanagement das Projektmanagement besser unterstützen könnte. Im internationalen Vergleich besteht Nachholbedarf auch bei der Etablierung spezieller Projektmanagementeinrichtungen (unter anderem Project Management Office PMO). In Deutschland werden PM-Standards zwar vielfach angewandt, doch sollten dabei verstärkt die Belange der Projekte und die Durchgängigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette einbezogen werden.
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