Das aktuelle Stichwort

Von Olaf Lewitz

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2011, Seite 29 - 32. Alle Rechte vorbehalten.
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Der britische Standard PRINCE2 ist, wie der Vorgehensstandard für IT-Projekte des Bundes, das V-Modell XT, eine Methode, die in der Praxis projektspezifisch angepasst (Tailoring) werden muss. Im Gegensatz zum V-Modell XT bringt PRINCE2 keine Standard-Tailoring-Regeln und kein für dieses Tailoring geeignetes Metamodell mit. PRINCE2 lässt sich jedoch im Metamodell des V-Modells XT abbilden und mit organisationsspezifischen Anpassungsregeln versehen. Eine Herausforderung dabei ist die Definition einer für PRINCE2 angemessenen „Semantik des Weglassens“.

1. Effizienz durch Anpassung

2009 ist die englische Projektmanagementmethode PRINCE2 in einer neuen Version erschienen: PRINCE2: 2009. Neben inhaltlichen Änderungen wurde die Struktur vereinfacht sowie die Anpassbarkeit deutlicher hervorgehoben. Darüber hinaus müssen nicht in jedem Projekt alle Produkte tatsächlich schriftlich als Dokument erzeugt werden.


Abb. 1: Tailoring-Assistent

Das V-Modell XT bietet ein Metamodell, in dem ein Vorgehen nicht nur in seinen Elementen und Abhängigkeiten, sondern auch in seinen projektspezifischen Anpassungsmöglichkeiten abgebildet werden kann. Diese Anpassungen werden durch ein Tailoring definiert. Bildet man die PRINCE2-Aktivitäten und -Produkte in diesem Metamodell ab, so lassen sie sich zu Modulen oder Vorgehensbausteinen im Sinne des V-Modells XT gruppieren. Für Vorgehensbausteine können Auswahlkriterien mit dem Ziel festgelegt werden, dass jedes Projekt nur die für sinnvoll erachteten Aktivitäten planen und Produkte erstellen muss.

2. Tailoring – Worum geht es?

Standardprozesse oder Vorgehensmodelle definieren Begriffe und Vorgehensweisen für wiederkehrende Arbeitsabläufe. Da Standardmodelle von konkreten Projekten und Organisationen abstrahieren, müssen sie für die Verwendung in Projekten und Organisationen wieder konkretisiert werden. Aus der Bandbreite von Themen, die die Standardmodelle abdecken, sind nicht alle in jedem Projekt gleich relevant, und manche Organisationen benötigen nur einige der abgedeckten Bereiche.



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