Von Michael Frahm

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2011, Seite 22 - 27. Alle Rechte vorbehalten.
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Die Fragen des Beitrags lauten: 1.) Wie können Strukturen formal beschrieben werden? 2.) Wie könnte eine mögliche Klassifizierung der Struktur aussehen? Beide Fragen werden im Rahmen des Artikels beantwortet. Abschließend lässt sich feststellen: Die Existenz vieler Wechselbeziehungen bedeutet, dass ein hoher Grad an Information für verschiedenste Arten von Beziehungen vorliegt. Diese Informationen können möglicherweise nicht in ausreichendem Maße durch die vorhandenen Strukturen verarbeitet werden. Dann kommt es zum „Informations-Overkill“. Daher ist es nach einer formalen Beschreibung der Struktur interessant zu wissen, welche Wechselbeziehungen existieren können, zu welcher Art sie gehören, wie sie ausgeprägt sind und wie sie sich verhalten. Durch die Bestimmung der Wechselbeziehungen lassen sich Organisationsmodelle realitätsnah modellieren und vielleicht als komplexe Struktur identifizieren.

Allgemeines

Naturgemäß ist für uns alles, was nicht leicht erkläroder beschreibbar ist, „kompliziert“ oder auch „komplex“. In der Literatur finden sich, sehr ausführlich beschrieben, verschiedene Eigenschaften von Komplexität. Nachfolgend sind einige davon, welche man einer komplexen Struktur zuordnen kann, erläutert.


Abb. 1: Neuron SEM (Bild: Nicolas P. Rougier, 2005)

Nicht nur, wie landläufig erwartet, sind Budget (Kosten) und Dauer (Termine) ein Merkmal, sondern auch die Elementvielfalt (Messmöglichkeit anhand der Menge der Elemente eines Systems und deren Unterscheidung), die Beziehungsvielfalt (z.B. soziologische, organisations- und arbeitspsychologische, technische und kaufmännische Beziehungen der Elemente etc.), die sehr hohe Wahrscheinlichkeit von Veränderungen der statischen Struktur und die Nichtvorhersagbarkeit von Wirkungsweise und Entwicklung.

Der vorliegende Beitrag soll sich damit befassen, wie man Projektstrukturen beschreiben kann, welche wir, womöglich auch subjektiv, als komplex einstufen. Aus der Sicht des Verfassers ist eine entscheidende Frage: Wie kann deren Zustand formal beschrieben werden und wie könnte eine mögliche Klassifizierung der Struktur aussehen? Das würde heißen: Eine zu entwickelnde Methode sollte im Falle der Projektstrukturierung modellhaft alle vorhandenen Organisationsteile und deren Wechselwirkungen (soziologisch, organisations- und arbeitspsychologisch, technisch und kaufmännisch) beschreiben und abbilden können.

Bekannte und gängige Praxis ist die Darstellung von Organisationsstrukturen über horizontale/vertikale und gemischte Organigramme. Diese stellen die Hierarchie, die organisatorischen Einheiten, deren Aufgabenverteilungen und Kommunikationsbeziehungen dar. Sie sind vereinfachte Darstellungen einer Projektstruktur, sind aber für die üblichen Einsatzzwecke durch praktischen Einsatz vielfach bestätigt und geeignet. Eine formale Beschreibung für einen Vergleich der geplanten mit einer vorhandenen Struktur ist mit zweidimensionalen Betrachtungen allerdings nur bedingt möglich.



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