Von Claus Steinle, Mirjam Barnert, Julia Steinbeck

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 5/2010, Seite 20 - 27. Alle Rechte vorbehalten.
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Für den Projekterfolg ist das Engagement der Projektmitarbeiter von großer Bedeutung. Es zeigt sich jedoch immer wieder, dass eine überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft aller Projektmitarbeiter nur selten in der Praxis vorzufinden ist; manche Projektmitarbeiter verhalten sich vielmehr destruktiv, indem sie zum Beispiel Informationen nicht weitergeben oder sich zurückziehen. Dieses gefährdet den Projekterfolg nachhaltig, denn nur wenn alle Mitarbeiter „an einem Strang ziehen“, kann die Projektaufgabe erfolgreich bewältigt werden. Unerwünschte Verhaltensweisen von Projektmitarbeitern stellen folglich einen erheblichen Risikofaktor bei der Bearbeitung von Projekten dar. Inwieweit sich Projektmitarbeiter kontraproduktiv verhalten, ist situativ abhängig, zum Beispiel von dem Zusammenhalt im Team, aber auch von den Verhaltensweisen des Projektleiters sowie weiterer Projektakteure. Im Umgang mit Kontraproduktivität ist es wichtig, dass derartiges Verhalten frühzeitig durch den Projektleiter bzw. Auftraggeber erkannt und ernst genommen sowie die dahinter liegende Botschaft „entschlüsselt“ wird, um rechtzeitig gezielte präventive und reaktive Maßnahmen einleiten zu können. Insbesondere die frühzeitige Information über die Zielsetzung des Projektes und die Bedeutung für die Weiterentwicklung der Unternehmung sowie die Notwendigkeit einer konstruktiven Mitarbeit aller Projektakteure sind dabei zur Schaffung von Akzeptanz und Unterstützung besonders bedeutsam, um eine erfolgreiche Projektdurchführung zu gewährleisten.


1. Kontraproduktives Arbeitsverhalten als zentraler Kostenfaktor in Unternehmungen

Ungeachtet der Notwendigkeit einer effizienten Arbeitsweise ist das Verhalten der Mitarbeiter in Unternehmungen nicht zwangsläufig durch Produktivität gekennzeichnet. Diebstahl, Mobbing, Leistungsverweigerung, Informationszurückhaltung sowie Absentismus sind einige Beispiele kontraproduktiver Handlungsweisen, welche Unternehmungen erheblich schaden. Untersuchungen zufolge stellt kontraproduktives Verhalten heute eines der bedeutsamsten Probleme für Unternehmungen dar, da es hohe Kosten verursacht. In den USA beläuft sich der geschätzte wirtschaftliche Schaden beispielsweise durch Sachbeschädigungen und Diebstahl auf dreistellige Milliardenbeträge.

Anhand empirischer Studien wurde belegt, dass kontraproduktives Mitarbeiterverhalten durch verschiedene Faktoren, wie beispielsweise erlebte Ungerechtigkeit, Persönlichkeitsmerkmale oder das Betriebsklima, ausgelöst wird. Auch im Projektkontext sind diese Aspekte von Relevanz und wirken auf den Projektleiter, das Projektteam und das Projektumfeld ein. So kann zum Beispiel Arbeitsunzufriedenheit, ausgelöst durch mangelhafte Partizipation oder Zielidentifikation, kontraproduktives Verhalten erzeugen und damit ein kooperatives Verhalten im Projektteam gefährden. Ohne ein solches Verhalten im Projektteam wird jedoch der Projekterfolg nachhaltig gefährdet.



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