Der Einfluss von Persönlichkeit und Kultur auf die Zusammenarbeit von Organisationen
Von Alfred Oswald, Jens Köhler
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 5/2010, Seite 14 - 19. Alle Rechte vorbehalten.
Die Zusammenarbeit von Organisationen wird neben den harten Faktoren in erheblichem Maße durch die weichen Faktoren bestimmt. Wesentliche weiche Faktoren sind hier die Persönlichkeit der beteiligten Individuen, die landesspezifische Kultur, die Organisationskultur und das Organisationstemperament. In diesem Artikel stellen wir ein Modell vor, mit dem die Wechselwirkung von Organisationen grundsätzlich analysiert und beschrieben werden kann. Anhand eines fiktiven Praxisbeispiels zeigen wir, wie durch das Modell die Wechselwirkung von Organisationen gewinnbringend für die Zusammenarbeit von Organisationen eingesetzt werden kann.
1. Einleitung
Projekte sind spezielle Organisationsformen, um eine einmalige Aufgabe in Zeit, Qualität und Kosten zu bewältigen. In Köhler und Oswald haben wir die Collective Mind-Methode (CMM) vorgestellt, mit der wir die Menschen in den Mittelpunkt des Projektmanagements gestellt haben. Damit sind die „weichen Faktoren“ der menschlichen Zusammenarbeit messbar und gestaltbar sowie nachvollziehbar geworden.
In diesem Artikel erweitern wir unseren Fokus auf die Wechselwirkung von Organisationen in Projekten oder in anderen Formen der organisationalen Zusammenarbeit. Unter einer Organisation verstehen wir eine Gruppe von Menschen, die unter Verwendung gemeinsamer Ressourcen einen gemeinsamen Zweck verfolgen. Die Fokuserweiterung ist insbesondere für folgende Situationen der Zusammenarbeit wichtig:
- Ein Projekt, durchgeführt von mehreren Organisationen, das sich in der Aufbauphase des Collective Mind befindet;
- die Zusammenarbeit zwischen Kunde und Berater;
- die andauernde Zusammenarbeit von zwei (oder mehreren) Abteilungen (z.B. von verschiedenen Fachabteilungen);
- die Fusion zweier Unternehmen oder der Kauf eines Unternehmens durch ein anderes.

Abb. 1: Temperament, Charakter und Kultur: Die in der Abbildung vorliegenden Blöcke sind in ihrer Reihenfolge von unten nach oben zu lesen.
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