Ergebnisse einer Expertenbefragung

Von Dag Plischke, Andreas Schöchtel

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2010, Seite 30 - 32. Alle Rechte vorbehalten.
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In vielen Industrien ist der Trend zu mehr und auch zu komplexeren Kooperationen zu beobachten. Einfache Projekte, in denen ein Partner tonangebend ist, werden immer häufiger durch Vorhaben ersetzt, in denen es zwei oder mehrere gleichberechtigte Partner aus unterschiedlichen Organisationen gibt. Komplexe Auftraggeber/Auftragnehmer-Beziehungen sind die Folge. Dies hat auch Auswirkungen auf die Projekte, die zur Realisierung solcher Vorhaben gestartet werden. So führen klassische Ansätze mit festgelegten Projektmanagementprozessen nicht mehr automatisch zu einer stabilen Projektumgebung. Oftmals kann beobachtet werden, dass Unternehmen versuchen, die eigene Projektkultur im Netzwerk durchzusetzen. Da diese nur selten mit denen der Partner übereinstimmt, führt dies meist schon zu Beginn einer Kooperation zu Konflikten. Es muss also das Ziel sein, Netzwerkstrukturen schnellstmöglich in eine produktive Projektumgebung zu überführen. Hierbei ist auch zu beachten, dass wettbewerbsdifferenzierendes Know-how nicht ungeschützt zum Kooperationspartner „wandern“ darf. Auf der Suche nach Lösungen für diese Problemstellung muss also die Frage sein: „Wie kann man Kooperationen verbindlich und effektiv handhaben, und zwar so, dass jeder Partner seine etablierten Prozesse beibehalten kann und trotzdem alle notwendigen Aktivitäten kontrolliert und nachvollziehbar ablaufen können?“

Der ProSTEP iViP Verein hat in Kooperation mit der Hochschule Darmstadt sowie der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. im Sommer 2009 eine Studie zu diesem Thema durchgeführt. Im Mittelpunkt dieser Expertenbefragung standen die kritischen Erfolgsfaktoren für eine Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg. Außerdem wurden Rationalisierungspotenziale ermittelt, um eine effektivere und effizientere Projektarbeit gewährleisten zu können.

Wie die Studienergebnisse zeigen (Abb. 1), ist trotz einer hohen Verbreitung von Standards im Projektmanagement (73 %) die Notwendigkeit, sich in unternehmensübergreifenden Netzwerken auf gemeinsame Vorgehensweisen zu einigen, schwach ausgeprägt (68 % setzen dafür auf die gleichen Standards wie intern). In der Praxis ist dies immer wieder durch Situationen zu erkennen, in denen der eine Partner ohne Berücksichtigung der Notwendigkeiten des anderen Partners versucht, „seine“ Projektmanagementstandards durchzusetzen.


Abb. 1: Verwendung von PM-Standards (Grafik: ProSTEP iViP e.V.)



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