Herausforderungen durch die zunehmende Interkulturalität
Von Thomas Werren, Hanspeter Riedweg, Thomas Meier
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2010, Seite 28 - 31. Alle Rechte vorbehalten.
Bei Klein- und Mittelunternehmen steigt der Bedarf an Wissen im Umgang mit anderen Kulturen stark an. Somit steigt auch die Bedeutung der interkulturellen Komponente für das Projektmanagement in Schweizer Unternehmen.
Demografische Entwicklung und Globalisierung als Treiber für den interkulturellen Wandel
Welches sind die bevölkerungsreichsten Länder der Welt im Jahr 2050? Auf den Plätzen eins bis zehn stehen die Länder Indien, China, USA, Pakistan, Indonesien, Nigeria, Bangladesch, Brasilien, Kongo und Äthiopien. Die Bevölkerung dieser zehn Staaten wächst im Vergleich zum Jahr 2000 um 52 Prozent. Der Anteil dieser zehn Länder an der gesamten Weltbevölkerung bleibt aber mit 57 Prozent stabil. Dies scheint eine geradezu unspektakuläre Erkenntnis und konstante Entwicklung zu sein. Überraschen mag hier höchstens die Nennung einzelner Staaten wie beispielsweise des Kongos, der satte 300 Prozent Bevölkerungswachstum verzeichnet. In ein ganz anderes Licht rückt diese Entwicklung, wenn wir das andere Ende der Rangliste betrachten und feststellen, dass die Bevölkerung in Europa markant schrumpfen wird. „Verlierer“ sind die osteuropäischen Länder Estland, Bulgarien und die Ukraine, in welchen sich die Bevölkerung zwischen 40 und 46 Prozent, also um nahezu die Hälfte, reduziert. Betrachten wir die absoluten Werte, reduziert sich Russlands Bevölkerung um 41,2 Mio.(!), Deutschland um 11,2 Mio. und die Schweiz um 1,6 Mio. Einwohner.
Die Folgen sind zunehmende Migrationsströme aus bevölkerungsstarken Ländern auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben. Auf der anderen Seite führt die Verknappung von Arbeitskräften hierzulande dazu, dass qualifizierte Arbeitnehmer vermehrt im Ausland rekrutiert werden müssen. Bereits heute ist ein Viertel der Erwerbstätigen in der Schweiz Ausländer. Mehr und mehr werden Kader- und Schlüsselpositionen durch ausländische Arbeitskräfte besetzt.
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