Von Elisabeth Krön
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2010, Seite 22 - 27. Alle Rechte vorbehalten.
Das Arbeiten in Projekten hat, bezogen auf das Managen von Wissen, Vor- und Nachteile zugleich: Während der klare Zielfokus und die intensive Kommunikation im Projekt den Austausch und die Generierung von Wissen fördern, steht es meist schlechter um die Themen Wissensidentifikation und -bewahrung. Wie Wissensmanagement als integrativer Bestandteil der Projektarbeit die Planungspraxis im Baubereich unterstützen kann, zeigt der nachfolgende Beitrag. Die Übertragbarkeit der ursprünglich branchenspezifischen Überlegungen auf andere Anwendungsbereiche ist hoch.
Bauplanung – eine Ingenieurdienstleistung
Das Entwerfen und Planen von Bauprojekten durch Architekten und Ingenieure ist eine wissensintensive, häufig in selbstständigen kleinen Unternehmenseinheiten erbrachte Dienstleistung. Das Generieren individueller Lösungen ist Hauptthema, disziplinen- und unternehmensübergreifendes Arbeiten an der Tagesordnung. In einem sehr dynamischen wirtschaftlichen Umfeld entstehen dabei auch neue spezialisierte Berufsgruppen und zunehmend individualisierte Leistungserfordernisse, von denen hier nur exemplarisch der Themenbereich der Gebäudeoptimierung hinsichtlich Energieeffizienz und Nachhaltigkeit genannt sei. Das Management dieses hochkomplexen Prozesses, der dem Entstehen eines Gebäudes vorangeht, ist eine Herausforderung. Charakteristisch für diese Tätigkeiten ist, dass personenbezogenes Erfahrungswissen aus Projekten eine zentrale Rolle spielt.
In Anlehnung an Zucker lässt sich ebenso feststellen, dass der Schwerpunkt mehr auf der Entwicklung von neuem Wissen und weniger auf dem Nutzen oder Multiplizieren vorhandenen Wissens liegt. Dies ist charakteristisch für Tätigkeiten, die sich mit komplexen, nicht standardisierten Problemen auseinandersetzen und individuelle Einzellösungen für Kunden und Auftraggeber entwickeln (Abb. 1).

Abb. 1: Leistungen, Produkte und erforderliche Wissensarten
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