Professor Bernd Kochendörfer über den Wandel im Bauprojektmanagement

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2010, Seite 10 - 15. Alle Rechte vorbehalten.
Mehr zum Thema

Das Bauprojektmanagement steht im Umbruch. Über viele Jahre steuerten Bauprojektmanager die Ausführung der Pläne in Stahl, Stein und Beton. Seit einiger Zeit wandeln sie sich zu interdisziplinär arbeitenden Managern. Den Grund für die Wende sieht Experte Prof. Bernd Kochendörfer nicht nur in der zunehmenden Komplexität der Bauvorhaben, sondern auch darin, dass „neue“ Kunden im Markt auftreten. Investoren und institutionelle Anleger erwarten von Bauprojektmanagern, dass sie ein Immobilienprojekt leiten vom Beginn der Entwicklung bis über die Inbetriebnahme hinaus. Gefragt sind unternehmerisches Denken und Kompetenzen beispielsweise in den Disziplinen Immobilienwirtschaft, Recht, Stadtsoziologie und nachhaltige Technik.


Bernd Kochendörfer, Univ.-Prof.
Dr.-Ing., Jahrgang 1947;
Studium Bauingenieurwesen,
Universität Stuttgart, Promotion
1977, Berufung an die TU Berlin
1995, Tätigkeit schwerpunkte im
Projektmanagement in alternativen
Vertragsmodellen einschließlich
PPP, freiberufliche Tätigkeit
im Projektmanagement komplexer
Bauprojekte seit 1977 an den
Standorten Stuttgart, Hamburg
und Berlin sowie in internat-
ionalen Projekten, unter anderem
Mitinitiator des berufsbegleitenden
Masterstudienganges „Real Estate
Management“ an der TU Berlin;
Mitherausgeber der Schriftenreihe
„Leitfaden der Bauwirtschaft
und des Baubetriebs“ im Verlag
Vieweg Teubner
(Foto: privat)

Herr Professor Kochendörfer, die Arbeit der Bauprojektmanager begann früher quasi mit dem Ausheben der Baugrube. Der Projektmanager hatte die Pläne von Architekten auszuführen – ganz im allseits bekannten „magischen Dreieck“ von Terminen, Kosten und Qualität.

Prof. Bernd Kochendörfer: Diese Zielstellung, die jedem Projektmanager bekannt ist, hat im Bauwesen auch heute noch Gültigkeit.

... aber?

Die Anforderungen an das Bauwesen haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Heute ist es Aufgabe von Bauprojektmanagern, eine Projektidee mit zu entwickeln, sie in ein realisierbares Projekt zu überführen – und dieses Projekt dann umzusetzen. Dafür reicht es nicht aus, sich ausschließlich im bekannten „magischen Dreieck“ zu bewegen. Dafür bedarf es mehr.

Das Bauprojektmanagement ist also nicht mehr allein für die technische Ausführung des Baus zuständig?

Das Aufgabenfeld deckt heute wesentlich mehr Projektphasen ab als nur die Bauphase. Grob gesagt beginnt die Arbeit mit der ersten Projektidee und erstreckt sich bis zum Betrieb der Immobilie.

Demnach muss man den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes im Blick haben?

Ja! In den Horizont von Bauprojektmanagern sind neben der Projektentwicklung auch beispielsweise die Planung, die Finanzierung und der Betrieb eines Gebäudes gerückt. Ich sage nicht, dass Bauprojektmanager heute auch Projektentwickler oder Facility Manager sein müssen – sie sind aber auch keine reinen Bauprojektmanager mehr, wie man sie früher kannte.



... Weiterlesen in PDF-Ausgabe (Für registrierte GPM-Mitglieder)

---> Zum Inhaltsverzeichnis von PMaktuell - Heft 3/2010

GPM-Mitglieder erhalten ein kostenfreies Abonnement von projektMANAGEMENTaktuell.
Informieren Sie sich über die Vorteile der GPM-Mitgliedschaft

Gesamter Beitrag
Acrobat Reader ab 5.0 erforderlich! Download für Mitglieder der GPM
Anmeldung mit Ihrer Mitgliedsnummer (Nähere Hinweise)
Anregungen?
Wenn Sie Anregungen zur Online-Ausgabe von PM aktuell haben oder Fehler entdecken, senden Sie bitte eine Nachricht an
PM-Qualifizierung
auf hohem Niveau

Weitere Info...

↑↑↑     --     Impressum | Sitemap | Login Redaktion     --     ↑↑↑ Kontakt | \

Powered by pmwiki-2.1.26 - Optimiert für Bildschirmauflösungen ab 1024 x 768