Von Thomas Baumann, Tobias Schneider
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2010, Seite 39 - 44. Alle Rechte vorbehalten.
Übergreifende Projekte in globalen Unternehmen erfordern, dass Projektarbeit international nach unternehmenseinheitlichen Regeln erfolgt. Dieser zwangsweisen Entwicklung müssen Unternehmen mit einem möglichst professionellen, einheitlichen und auf akzeptierten Standards beruhenden Projektmanagement begegnen. Um dies zu implementieren, sind weltweite Qualifizierungsprojekte erforderlich. Neben einem möglichst homogenen PM-Verständnis soll über die Akzeptanz der Trainingsinhalte, der Methodik und deren Vermittlung eine professionellere Projektarbeit erreicht werden. Auch dafür ist eine professionelle Vorgehensweise notwendig. Aber wovon hängt der Erfolg solcher Qualifizierungsvorhaben ab? Was sind die typischen Fallen und Fehler innerhalb dieser Aufgaben und welche Handlungsempfehlungen gibt es? Die Autoren betrachten in diesem Artikel typische Schwierigkeiten und Fehler und geben Hinweise, wie ein solches Projekt erfolgreich sein kann.
1. Ausgangslage
Die heutige Projektwelt ist gekennzeichnet durch eine steigende Anzahl von Projekten; unter anderem durch eine erhöhte Anzahl an Varianten der angebotenen Produkte beziehungsweise Dienstleistungen, aber auch durch die Vereinheitlichung von Prozessen und die weltweite standortübergreifende Vernetzung von Projekten.
Global agierende Unternehmen müssen ihre Projekte in internationalen Teams und an verschiedenen Standorten gleichzeitig realisieren. In diesen Projekten treten somit zunehmend Menschen in Beziehung zueinander, die völlig unterschiedlichen Kultur-, Gesellschafts-, Ausbildungskreisen entstammen.
Soll dies gelingen, ist auch im Bereich des Projektmanagements wichtige Entwicklungsarbeit zu leisten. Es zeigt sich in der Praxis oftmals, dass solche Teams unterschiedliche Auffassungen vom Projektmanagement besitzen. Dies umfasst maßgeblich Themen wie Definitionen und Begriffe, Methoden, Abläufe und Prozesse, Zusammenarbeit und Führung.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor für erfolgreiches Projektmanagement in den oben genannten Unternehmen ist daher ein gemeinsames Verständnis und eine einheitliche Vorgehensweise bei der Planung, der Realisierung, der Überwachung und beim Abschluss von Projekten. Um dieses zu erreichen, entscheiden sich viele Unternehmen, die Konzeption und Umsetzung von weltweit möglichst einheitlichen Projektmanagementtrainings anzugehen. Dabei zeigt sich, dass es nicht ausreicht, auf allgemeine PM-Standards von Organisationen wie GPM®/IPMA® oder PMI® zurückzugreifen und gleichsam in allen betroffenen Ländern anzubieten.
Vielmehr stellt sich die Frage: „Worauf ist bei der Konzeption und Realisierung solcher Qualifizierungsprogramme zu achten? Welche ‚Stolpersteine‘ kann es dabei geben?“
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