Von Gernot Wolfram

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2010, Seite 25 - 29. Alle Rechte vorbehalten.
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Kulturmanager sind auf dem internationalen Arbeitsmarkt zunehmend gefragt als Experten für Schnittstellenprojekte zwischen Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft. Sie arbeiten aber nicht nur in speziellen kulturellen Projekten, sondern entwickeln zunehmend Konzepte für Events und Veranstaltungen, die erweiterte Publikumsschichten und neue Formen von Öffentlichkeit zu erreichen versuchen, indem sie mit gängigen Erwartungshaltungen brechen. Das erfordert innovative Ansätze sowohl in der Kulturmanagerausbildung als auch in der konkreten Praxis. Vor allem der Faktor spontaner Interventionen innerhalb der Planung von Kulturprojekten gewinnt dabei immer mehr an Bedeutung. Gernot Wolfram, Professor für Kulturmanagement an der Fachhochschule Kufstein (Tirol), gibt Einblick in aktuelle Fragestellungen auf diesem Forschungsfeld.

Kulturmanagement ist bis heute bei vielen Akteuren des Kulturbetriebs ein umstrittener Begriff. Lässt sich Kultur managen? Kann man den begrifflich schwer fassbaren Raum, in dem sich kulturelle Aktivitäten vollziehen, überhaupt in ökonomische Kategorien bzw. „ökonomische Kulturbegriffe“, wie Bode es formuliert, fassen? Lehrende in diesem Fachbereich sind ständig mit Fragen von Studierenden konfrontiert wie: Was sind die Unterschiede zu anderen Managementformen? Wenn es doch allerorten heißt, mit Kultur kann man nur schwer Geld verdienen bzw. nur in bestimmten Bereichen? Und was sind die spezifischen Anforderungen an das Kulturmanagement heute?


Abb. 1: Flashmob am 22. Mai 2008 am Stephansdom in
Wien


Antworten auf diese Fragen sind nicht ganz einfach. Fraglos hat beispielsweise die Organisation eines Konzerts mit Kompositionen neuer Musik, eine Museumsausstellung über Minderheitenkulturen oder eine Lesung experimenteller Literatur keine große Aussicht, profitabel im Sinne einer beträchtlichen Anzahl verkaufter Tickets oder gar breiter medialer Aufmerksamkeit zu sein. Der Gewinn solcher Veranstaltungen liegt aber in einer anderen, ökonomisch zunächst schwer fassbaren Zone. Dort spielen Begriffe wie Innovation, Experiment, Entwicklung, Bildung und Synergien eine entscheidende Rolle, Kategorien, die für jede Gesellschaft, die nicht beim einmal Erreichten stehen bleiben will, von zentraler Bedeutung sind. Kulturmanagement hat also die besondere Herausforderung, auf der einen Seite kulturelle Entwicklung innovativ zu fördern, auf der anderen Seite die strukturelle wie ökonomische Basis dieser Förderung sicherzustellen. Der Kulturmanager steht somit an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Kulturpolitik und künstlerischer Praxis. Der ehemalige Leiter der Salzburger Festspiele, Gerard Mortier, beschreibt den Beruf des Kulturmanagers als den eines „Katalysators, der Reaktionen auslöst“.



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