KraussMaffei nutzte Wirtschaftskrise für Verbesserungsprojekt

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2010, Seite 03 - 10. Alle Rechte vorbehalten.
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Die Wirtschaftskrise hat das Projektmanagement erreicht. Topmanager kürzen Projektbudgets und streichen Investitionen ins Projektmanagement. Anders das Münchner Traditionsunternehmen KraussMaffei: Der Maschinen- und Anlagenbauer hat – trotz branchenweiter Geschäftseinbrüche – im Jahr 2009 sein Projektmanagement professionalisiert und auf den kommenden Aufschwung vorbereitet. Das Unternehmen will hoch qualifizierte Mitarbeiter durch besseres PM entlasten und sie damit auch an sich binden. Indes, in Krisenzeiten solche Verbesserungsprojekte ans Ziel zu bringen ist alles andere als einfach. Die Mitarbeiter sind nervös. Sie sorgen sich um die Geschäftsentwicklung und ihre Arbeitsplätze. Georg Holzinger, General Manager Research & Development, erklärt, wie er seine Mitarbeiter dafür gewann, in stürmischen Zeiten enthusiastisch an ihrem Projektmanagement zu feilen. Die Zutaten seines Erfolgsrezepts: Vertrauen, Disziplin, Teamwork – und die strategische Weitsicht des Topmanagements.


Georg Holzinger ist
General Manager
Research & Development
der KraussMaffei
Technologies GmbH.
Er hat in Aalen,
Augsburg und in den
USA Maschinenbau mit
Schwerpunkt
Unternehmensführung
studiert und einen MBA
erworben. Er war
seither als Konstrukteur,
Projektierer, Projektmanager,
kaufmännischer Leiter sowie
als Leiter von Forschung und
Entwicklung in verschiedenen
Unternehmen international
tätig. Seine Schwerpunkte
lagen dabei im Maschinen- und
Anlagenbau sowie in der
Umformtechnik.

(Foto: KraussMaffei)

Herr Holzinger, die Wirtschaftskrise setzt Ihre Branche unter Druck. Um knapp ein Viertel ist im vergangenen Jahr 2009 die europäische Gesamtproduktion von Maschinen gefallen, mit denen Kunststoff und Gummi verarbeitet werden. Bei den sogenannten Kernmaschinen fiel die Produktion sogar um dreißig Prozent.

Georg Holzinger: Die Wirtschaftskrise hat in der Tat unsere Branche seit einiger Zeit erreicht. Unsere Kunden stellen Investitionen in neue Maschinen zurück, da wiederum ihre Kunden Kaufentscheidungen zurückstellen. Beispielsweise zögern viele Verbraucher mit dem Kauf eines Autos, und so halten sich auch die Hersteller der für die Automobilproduktion notwendigen Teile mit Aufträgen an unsere Branche zurück.

Also eine Art Dominoeffekt?

Richtig. Ein zweiter Punkt kommt dazu, der in vielen Diskussionen unbeachtet bleibt: Durch die zunehmenden Insolvenzen kommen immer mehr gebrauchte Maschinen auf den Markt, die das Geschäft mit Neumaschinen hemmen. Wir reden von Anlagen, die vielleicht ein oder zwei Jahre alt sind…

…also keine „alten Schätzchen“?

Mit Sicherheit nicht. Diese Maschinen sind häufig um 40 Prozent günstiger als Neumaschinen. Und als Drittes kommt hinzu: Die Maschinen bei unseren Kunden produzieren weniger. Sie müssen weniger gewartet werden – und deshalb kommt es zu Eintrübungen im Servicegeschäft. Es werden weniger Inspektionen durchgeführt und Ersatzteile benötigt. Auch dort spüren wir die Wirtschaftskrise.



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