Der schnelle und direkte „Königsweg“ für Konzernvorstände

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 5/2009, Seite 3 - 11. Alle Rechte vorbehalten.
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Den „Tanker“ Konzernunternehmen außerplanmäßig auf neuen Kurs schicken: Immer häufiger wählen Topmanager die Strategische Initiative, um ihr Unternehmen den Märkten anzupassen und fit für die Zukunft zu machen. Mit diesen Initiativen kann die Unternehmensspitze konzernweit eingreifen und die Organisation neu ausrichten, ein schwieriges und hoch komplexes Unterfangen voller Unsicherheiten und politischer Minenfelder. Solche Initiativen zu managen – eine neue Aufgabe für Projektmanager? Prof. Günter Müller-Stewens, Experte für Strategisches Management an der Universität St. Gallen und Direktor des Instituts für Betriebswirtschaft, warnt: „Das Management von Initiativen geht entscheidend über etablierte Modelle und Instrumente des Projektmanagements hinaus.“ Dennoch kann sich Prof. Günter Müller-Stewens Projektmanager gut als Initiativenmanager von morgen vorstellen – sofern es ihnen gelingt, Kompetenzlücken für diese Herausforderung zu schließen.

Herr Prof. Müller-Stewens, sogenannte „Strategische Initiativen“ sind für das Topmanagement von Konzernen ein wichtiges Werkzeug. Beispielsweise hat der Vorstand der Lufthansa AG seinen Konzern nach den Terroranschlägen 2001 mithilfe einer Strategischen Initiative durch die Krise manövriert – sehr erfolgreich. Ähnlich betreiben die Münchener Rück oder General Electric derartige auf Strategischen Initiativen basierende konzernweite Wandelprogramme. Was macht die Strategischen Initiativen für diversifizierte Konzerne zu einem Managementwerkzeug erster Wahl?

Prof. Günter Müller-Stewens: Strategische Initiativen sind sehr direkt wirkende Ansätze. Diversifizierte Konzerne entwickeln sich häufig primär entlang der Logik ihrer vertikalen Geschäftssilos. Will ein Corporate Management hier inhaltliche Akzente für eine gesamthafte Neuausrichtung setzen, dann bieten sich Strategische Initiativen als organisatorische Vehikel an. General Electric nutzt dieses Instrument erfolgreich bereits seit Mitte der Achtzigerjahre. Mit diesem Instrument hat das Topmanagement von Konzernen eine Chance, schnell und aktiv den Wert des Geschäftsportfolios zu steigern.


Günter Müller-Stewens
ist Professor für Strategisches
Management an der Universität
St. Gallen und Direktor des
Instituts für Betriebswirtschaft.
-(Foto: privat)-


Beispielsweise auf unvorhergesehene Umbrüche im Markt reagieren? Durch Strategische Initiativen könnten Unternehmen mit neuen Produktlinien verloren gehendes Terrain zurückerobern, neue Märkte betreten oder die Effizienz des Konzerns steigern.

Nicht nur auf Unvorhergesehenes reagieren, sondern auch bewusst agieren, um sich strategisch für die Zukunft aufzustellen. Der Vorteil einer Initiative besteht darin, dass das Topmanagement auf unmittelbarem Weg kritische Themen an die Geschäftsbereiche adressieren kann. Dies betrifft auch den strategischen, zukunftsorientierten Wandel des Unternehmens.



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