Von Claus Steinle, Mirjam Barnert, Ellen Brückner
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2009, Seite 41 - 46. Alle Rechte vorbehalten.
In Projekten gewinnt die Zusammenarbeit mit unternehmungsfremden Beratern und Experten immer mehr an Bedeutung. So werden beispielsweise in EDV-Projekten häufig externe Spezialisten einbezogen [1, S. 5]. Die zunehmende Relevanz des Einsatzes externer Mitarbeiter ergibt sich durch den verschärften Wettbewerbsdruck, der insbesondere in Projekten personelle Ressourcenengpässe sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht hervorruft: Häufig stehen die benötigten Mitarbeiter nicht in ausreichender Kapazität zur Verfügung, da diese bereits in anderen Projekten eingesetzt oder in der Linienorganisation nicht „entbehrlich“ sind [2, S. 367]. Das Ende der Ressourcenknappheit abzuwarten, ist häufig nicht möglich, da die Durchführung von Projekten zumeist unter hohem Zeitdruck stattfindet. In dieser Situation bietet sich als Lösung ein Rückgriff auf externe Mitarbeiter an. Durch deren Einsatz kann die Mangelsituation flexibel und kosteneffizient überwunden werden, denn im Vergleich zur dauerhaften Einstellung neuer Mitarbeiter erweist sich die vorübergehende Beschäftigung Externer für temporäre Projektaufgaben zumeist als wirtschaftlicher [3, S. 138].
1. Der Einsatz externer Mitarbeiter in Projekten
Zur Lösung neuartiger, komplexer Aufgabenstellungen mangelt es in vielen Fällen an spezifischem Fachwissen, welches angesichts der erheblichen Zeitknappheit in Projekten nicht unternehmungsintern aufgebaut werden kann. Um Kapazitätsprobleme zu lösen sowie relevante Kompetenzlücken zu schließen, bietet sich auch in qualitativer Hinsicht die Beschaffung von zusätzlichem externen Personal an. Durch die Kombination von unternehmungsinternem und -externem Wissen ist es zudem möglich, weitere Wettbewerbsvorteile zu generieren [4, S. 29].
Neben quantitativen und qualitativen Notwendigkeiten kann auch der Wunsch nach Schaffung von Heterogenität im Team ursächlich für den Einsatz externer Mitarbeiter sein. Denn mittels der Beschäftigung unternehmungsfremder Humanressourcen besteht die Möglichkeit, neue Sichtweisen in ein Projekt einzubringen, die zu einer Belebung eines „eingefahrenen“ Vorhabens beitragen [2, S. 379]. Oftmals werden externe Mitarbeiter aufgrund ihrer Externalität ebenso als unabhängige und neutrale Instanzen hinzugezogen, um Sachverhalte kritisch zu hinterfragen, eine beratende Funktion einzunehmen sowie „politisch brisante Themen“ zu verantworten [5, S. 279].
Eine Entscheidung für den zeitweiligen Einsatz externer Mitarbeiter in Projekten sollte dabei jedoch immer auf der Grundlage von Kosten-Nutzen-Abwägungen stattfinden, da die Hinzuziehung unternehmungsfremder Unterstützung zumeist sehr kostspielig ist [4, S. 28 ff.]. Daher bedarf es eines hohen Nutzens, der die entstehenden Kosten mindestens aufwiegt. Um diesen zeitnah zu generieren, empfiehlt sich, eine schnelle und qualitativ hochwertige Leistungserbringung externer Humanressourcen zu forcieren.
2. Die Bedeutung einer erfolgreichen Integration externer Mitarbeiter in Projekte

Abb. 1: Integration externer Mitarbeiter
Um vor diesem Hintergrund eine optimale Einsatzgestaltung zu realisieren, tritt als Grundvoraussetzung eine effiziente Integration unternehmungsfremder Humanressourcen in den Mittelpunkt der Betrachtung. Die Integration als Basis einer erfolgreichen Einsatzgestaltung Externer begründet sich in dem hohen Einfluss, den diese auf das spätere Arbeitsverhalten ausübt, indem sie beispielsweise unternehmungsspezifische Verhaltensweisen und Routinen vermittelt, einer Orientierungslosigkeit des Mitarbeiters vorbeugt und zu dessen Zufriedenheit und Motivation beiträgt [6, S. 102 ff.]. Als Konsequenz der Externalität von unternehmungsfremden Mitarbeitern mangelt es diesen bei Eintritt in ein Projekt in der Regel an sozialer Einbindung sowie an firmenbezogenem Know-how im Hinblick auf Abläufe und Prozesse. Vielmehr verfügen sie über einen abweichenden organisationsspezifischen Hintergrund und weisen divergente Arbeitsweisen auf [7, S. 501]. Diese Sachverhalte müssen durch eine gezielte Integration bewältigt werden.
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