GPM verleiht „Roland Gutsch Project Management Award“ in Berlin
Von Oliver Steeger
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2009, Seite 2 - 5. Alle Rechte vorbehalten.
Mit dem „Roland Gutsch Project Management Award“ ausgezeichnete Projektmanager haben eines gemeinsam: Sie verschaffen dem Projektmanagement „Made in Germany“ Weltgeltung. Sie haben beispielsweise die FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2006 organisiert, die berühmte Frauenkirche in Dresden wieder aufgebaut – oder sie schützen, wie die Preisträger in diesem Jahr, Millionen Menschen in Asien vor den tödlichen Gefahren von Tsunamis. In Berlin überreichte die GPM die höchste deutsche Auszeichnung für Projektmanager kürzlich an Dr. Jörn Lauterjung (GeoForschungsZentrum Potsdam) und an Dr. Sri Woro Harijono (Generaldirektorin BMKG Indonesien). Die Preisträger 2009 haben das Tsunami-Frühwarnsystem-Projekt GITEWS zum Erfolg geführt. Zur Award-Verleihung im Berliner „Haus der Wirtschaft“ gratulierte neben Bundestagsabgeordneten auch Staatssekretär Thomas Rachel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
„Termintreue“ war gefordert: Um punkt 19.31 Uhr übertrug der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) Live-Bilder von der Gutsch Award-Verleihung. Projektmanager Dr. Jörn Lauterjung, soeben mit dem höchsten deutschen Preis für Projektmanager ausgezeichnet, berichtete in den Hauptnachrichten über sein Projekt: ein Frühwarnsystem vor Tsunamis, das Millionen von Menschen rund um den Indischen Ozean das Leben retten kann. Nach der Tsunami-Katastrophe von 2004 hatte unter Dr. Jörn Lauterjungs Federführung ein internationales Team aus Wissenschaftlern und Ingenieuren dieses komplexe System in kürzester Zeit entwickelt und installiert. Diese Meisterleistung war der GPM den renommierten „Roland Gutsch Project Management Award“ wert – und den Fernsehleuten eine sekundenpünktliche Live-Schaltung zum Festakt in den Berliner Wolf-von-Amerungen-Saal.

Feierliche Verleihung des „Roland Gutsch Project Management Award“ in Berlin (v. l. n. r.): Preisträger Dr. Jörn Lauterjung (GeoForschungsZentrum Potsdam), Laudator Thomas Rachel (Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung), Dr. Sri Woro Harijono (Generaldirektorin BMKG Indonesien), Andreas Frick (Vorstandsvorsitzender der GPM) (Foto: Oliver Steeger)
Von Seebeben ausgelöste Tsunami-Wellen lassen sich nicht verhindern, dies stellten die Festredner bei der Award-Verleihung klar. Am 26. Dezember 2004 hatte solch ein Tsunami die Küsten entlang des Indischen Ozeans überrollt: Geschätzt 230.000 Menschen fanden den Tod. 600.000 Häuser wurden zerstört, 1,2 Millionen Küstenbewohner wurden obdachlos. Die Folgen solcher Naturkatastrophen können heute durch frühe Warnungen gemildert werden. Bei dieser Frühwarnung zählt jede Minute; Tsunamis breiten sich mit atemberaubender Geschwindigkeit aus. So schnell wie möglich müssen Wissenschaftler Erdstöße im fernen Ozean auswerten und beurteilen, um rechtzeitig Alarm vor den nahenden Wassermassen zu schlagen.
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