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Aufbau eines kognitionsorientierten Risikocontrollinginstrumentes

Von Dr. Andreas Jonen

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2009, Seite 30 - 36. Alle Rechte vorbehalten.
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Im Folgenden wird ein Instrument vorgestellt, welches die Risikoanalyse bei Projekten unterstützt und sich dabei besonders auf die differenzierten Risikoparameter in den einzelnen Projektphasen konzentriert. Dazu werden zunächst die Motivationsfaktoren vorgestellt, um anschließend das Instrument getrennt nach Projektlebenszyklus und -risiken zu kons truie ren. Den Abschluss bildet eine kritische Betrachtung unter besonderer Berücksichtigung der kognitiven Aspekte, welche durch das Instrument erfüllt werden.

1. Einleitung und Motivation

Projektorientiertes Arbeiten bietet Unternehmen die Möglichkeit, in einem zeitlich begrenzten Rahmen bereichsübergreifendes Wissen zu einem bestimmten Sachverhalt zusammenzuführen und in ein Ergebnis (Produkt, Prozess) münden zu lassen [1, S. 53]. Diese zeitlich begrenzte und flexible Organisationsform hat in der Vergangenheit sehr stark an Bedeutung gewonnen [2, S. 379]. Aufgrund der Erkenntnis, dass ein Großteil der Kosten solcher Projekte bereits in einem sehr frühen Projektstadium festgeschrieben wird [3, S. 107], existieren Konzepte, um im Lebenszyklus des Projektes auftretende Kosten möglichst frühzeitig zu planen, den einzelnen Phasen zuzuordnen und anschließend zu kontrollieren [4, S. 26 ff.].

Neben der Beachtung der Kosten ist der Einbezug der Risiken [5] ebenso wichtig, sowohl bei der Projektini tiierungsentscheidung [7, S. 169] als auch bei der Steuerung [8, S. 201] der Risiken während der Laufzeit [9, S. 11]. In diesem Bereich herrscht aktuell ein Defizit an Konzepten zur Erfassung und Bewertung der Risiken [10, S. 578], welches durch das hier vorgestellte lebenszyklusorientierte „Risk Board“ verringert werden soll. Die Ausrichtung an den Lebensphasen ergibt sich zum einen aus sachlogischen Überlegungen [11, S. 172] und zum anderen aus empirischen Erhebungen [12, S. 32 ff.], welche ergeben, dass über die Phasen eines Projektes hinweg signifikante Änderungen bei den Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenspotenzialen der einzelnen Risiken auftreten.

Durch das hier vorgestellte Konzept können projektbezogene Risiken phasengerecht in das Entscheidungskalkül einbezogen und entsprechende Steuerungsmaßnahmen frühzeitig ergriffen werden [13, S. 547]. So können im Sinne einer ausgewogenen Risikoverteilung Risiken beispielsweise bereits bei Vertragsabschluss auf Projektpartner wie Investoren oder Kontraktoren abgewälzt werden [11, S. 171] oder bauliche Maßnahmen auf in späteren Phasen auftretende Risikopotenziale ausgerichtet werden.


Tabelle 1: Projektlebenszyklus mit Meilensteinen



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