Vorgehen zum Etablieren eines nachhaltigen Risikomanagementsystems

Von Verena Korn

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2009, Seite 23 - 29. Alle Rechte vorbehalten.
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Risiken sind in Projekten immer vorhanden. Auch wenn sie von den Projektbeteiligten ignoriert werden, verschwinden sie nicht – sie begleiten das Projekt. Es gibt einige Aussagen zum Risikomanagement in Projekten, die einem als Projektleiter und Berater häufiger begegnen:
* „Wir haben Risiken, aber wir können nichts dagegen tun.“
* „Ich habe die Risiken schnell zusammengestellt, weil sie im Projektvertrags-/Business Case-/ Projektplanungs-Template/Monatsbericht verlangt werden.“
* „Risikomanagement ist eine administrative Aufgabe, die nichts zum Projekterfolg beiträgt.“
* „Wir haben eine Schwäche im Bereich Risikomanagement.“
* „Das Managen von Risiken ist wichtig.“
Nachfolgend wird beschrieben, wie ein Risikomanagement (RM), das systemisch-lösungsorientiert ausgerichtet ist, als wirkungsvolles Werkzeug in Projekten angewendet werden und eine breite Akzeptanz bei den Projektbeteiligten gewinnen kann. Für das Unternehmen kann ein Projekt-Risikomanagementsystem gewinnbringend für das gesamte Projektportfolio genutzt werden.

Was heißt „systemisch-lösungsorientiert“?

Der systemisch-lösungsorientierte Ansatz wurde in der psychologischen Beratung entwickelt und findet heute weltweit sowohl in der Beratung als auch im Coaching Anwendung. Zu den theoretischen Grundannahmen der systemisch-lösungsorientierten Beratung zählen insbesondere die Konzepte der Kybernetik, der Zirkularität und des Konstruktivismus.

Der systemisch-lösungsorientierte Ansatz geht davon aus, dass es in allen Kontexten, in denen Menschen aufeinandertreffen, zu wechselseitigem Austausch (Aktion und Reaktion) kommt. So handelt zum Beispiel ein Projektleiter nicht alleine und losgelöst von der Umgebung, sondern er befindet sich in einem vielschichtigen System, beispielsweise im Kontext verschiedener Stakeholder innerhalb und außerhalb eines Unternehmens (Auftraggeber, Kunden, Behörden etc.). Diese Stakeholder befinden sich wiederum selbst in verschiedenen Systemen und Subsystemen (z. B. eine Umweltschutzbehörde innerhalb einer regionalen Administration, welche ihre Vorgaben wiederum aus den Entscheiden des Bundesministeriums ableitet).

Aus einer solchen Konstellation resultieren ein multifaktorieller Zusammenhang und ein komplexes System mit interagierenden „Regelkreisen“ und Wechselwirkungen (Zirkularität). Der Blick auf dieses System ist gemäß dem Konstruktivismus immer subjektiv: Vor dem Hintergrund individueller Erfahrungen und ihrer Bedeutung wird die Wirklichkeit entsprechend individuell wahrgenommen und interpretiert. Hinzu treten gesellschaftliche Werte, Traditionen und Weltanschauungen, die ebenfalls als Interpretationsraster dienen.



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