Professor Hasso Reschke über GPM-Gründer Roland Gutsch
Von Oliver Steeger
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2009, Seite 10 - 15. Alle Rechte vorbehalten.
Humanistisch und musikalisch gebildet wollte Roland Gutsch Mediziner werden. Die Zeitläufte brachten sein Leben auf einen anderen Kurs. Er legte den Grundstein für das heutige Projektmanagement und die GPM – und drückte beidem seinen Stempel auf. „Ohne Roland Gutsch sähen das Projektmanagement, die IPMA und die GPM heute anders aus“, meint sein Weggefährte Prof. Hasso Reschke. Am 20. Februar 2009 verstarb der Gründervater der GPM und Nestor des Projektmanagements. Sein Tod rief in der weltweiten PM-Gemeinschaft Bestürzung und Trauer hervor.

Roland Gutsch, Gründer
und „guter Geist“ der
GPM. Das Foto wurde Anfang
2009 aufgenommen
(Foto: Hasso Reschke)
Herr Prof. Reschke, ohne Roland Gutsch ist die GPM – zumindest so, wie wir sie heute kennen – kaum denkbar. Er war Gründervater der GPM und ihr langjähriger Vorsitzender. Er hat sie, wie Sie sagen, als „Nestor“ geprägt.
Prof. Hasso Reschke: Roland Gutsch war der gute Geist der GPM. Er war ihr Antreiber, Promoter und Aktivist; er hat die Gründung der GPM ermöglicht und ihren Aufbau vorangebracht. Mit seinem warmherzigen, humorvollen Charakter verfügte Roland Gutsch über die seltene Gabe, Menschen zu gewinnen, zu verbinden, mit Enthusiasmus zu erfüllen und ihr Engagement zu wecken.
Menschen verbinden – war Roland Gutsch ein begnadeter Netzwerker?
Netzwerker nicht in dem Sinne, dass durch Verbindungen gegenseitige berufliche Vorteile erzielt werden. Es ging Roland Gutsch um mehr. Projektmanagement war ihm ein inneres Anliegen. Dazu wollte er Verbindungen stiften im familiären Sinne; es ging ihm darum, Menschen mit gleichen Interessen zusammenzuführen und aus ihnen eine „Project Management Family“ zu bilden. Dieser familiäre Charakter wird in der GPM bis heute wahrgenommen, obgleich der Verein deutlich gewachsen ist und längst nicht mehr jeder jeden kennt. Der eigentümliche Charakter der GPM ist aber geblieben, man fühlt sich wohl in ihr. Und dies verdanken wir mit Sicherheit auch dem Stil im frühen Wirken von Roland Gutsch.
Die GPM wäre ohne ihn vielleicht mehr zu einem wissenschaftlichen Fachkreis oder einem losen Verbund für gegenseitige berufliche Unterstützung geworden.
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