IPMA-Präsidentin Brigitte Schaden über die Ziele der IPMA und die Zukunft des Projektmanagements
Von Oliver Steeger
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2009, Seite 3 - 9. Alle Rechte vorbehalten.
Wirtschaftsforscher schreiben derzeit ihre Konjunkturberichte mit tiefroter Tinte und überbieten sich mit pessimistischen Prognosen. Anders Mag. Brigitte Schaden, die Präsidentin des Projektmanagement-Weltverbandes IPMA International Project Management Association. Zumindest für das Projektmanagement gewinnt sie der Weltwirtschaftskrise auch Gutes ab: Die Krise unterstützt das Projektmanagement. Der Druck zwingt die Unternehmen zu ordentlichem Portfoliomanagement und zu mehr Qualität in Projekten. Unternehmen können es sich nicht länger leisten, Projekte in den Sand zu setzen – und müssen professioneller denn je zu Werke gehen. Mit projektMANAGEMENT aktuell sprach die IPMA-Präsidentin über die Chancen der Krise, über ihre Ziele für die zweijährige Amtszeit, die Zukunft des Projektmanagements und über den Nutzen, den Projektmanager heute aus der IPMA ziehen können.

(Foto: pma)
Frau Mag. Schaden, im vergangenen Jahr wurden Sie mit deutlichem Votum zur Präsidentin der IPMA International Project Management Association gewählt. Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Amtszeit gesetzt?
Brigitte Schaden: In den zurückliegenden vier Jahren ist die IPMA stark gewachsen, nicht nur hinsichtlich der Mitgliedsländer, sondern auch durch zusätzliche Gremien sowie neue Projekte und Produkte in der IPMA. Dieses Wachstum hat die IPMA intern viel komplexer gemacht. Wir müssen deshalb nun die Strukturen für Kommunikation und Infrastruktur innerhalb der IPMA nachziehen. Auch die Kommunikation zwischen den einzelnen Mitgliedsländern wollen wir verbessern.
Welche externen Ziele verfolgen Sie?
Wir wollen weiter wachsen – noch mehr Mitgliedsländer bekommen – beispielsweise im Asien-Pazifik-Raum und in Südamerika. Damit sollen auch unsere Zertifizierungen an zusätzlichen Standorten angeboten werden. Ein weiterer Schwerpunkt wird das internationale Marketing sein. Es ist gut und wichtig, dass wir und unsere Kunden von der weltweiten Spitzenstellung unseres Zertifizierungsprodukts überzeugt sind, aber es gibt noch immer zu viele Menschen auf der Welt, die die IPMA nicht einmal kennen. Die IPMA muss in der Welt bekannter werden, darin sehe ich ein wichtiges Ziel.
Nun fällt Ihre Amtszeit in wirtschaftlich sehr schwierige Zeiten. Auf mittlere Sicht bleibt vermutlich kaum eine Branche oder ein Unternehmensbereich von der Wirtschaftskrise verschont. Auch Projektmanager fürchten um den Bestand ihrer Projekte, sogar ihrer Unternehmen. Welche Konsequenzen werden sich nach Ihrer Einschätzung aus der Krise für das Projektmanagement ergeben?
Wir haben in der IPMA zu diesen Entwicklungen viele Diskussionen geführt. So schlimm die Krise für betroffene Menschen ist – aus der Perspektive des Projektmanagements können wir den Entwicklungen auch Positives abgewinnen.
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