Wie können Unternehmen die Ergebnisbeiträge ihrer Projekte nachhaltig verbessern?
Von Dr. Jörg Seidl
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2009, Seite 39 - 41. Alle Rechte vorbehalten.
Die aktuelle wirtschaftliche Situation ist stark geprägt von der Finanzkrise, die inzwischen weite Teile der Realwirtschaft erfasst hat. Diese Entwicklung hat für die Unternehmen und staatlichen Institutionen zahlreiche Fragen und Problemstellungen aufgeworfen, die zügig beantwortet bzw. bewältigt werden müssen. In Krisen eröffnen sich aber auch neue Chancen. Dabei gewinnen erfahrungsgemäß diejenigen, die schnell und richtig reagieren und denen es besonders gut gelingt, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen. Diese Anpassung erfolgt in starkem Maße über Projekte. Dabei kommt dem Multiprojektmanagement eine entscheidende Rolle zu: Nur wer Projekte effektiv auswählt und effizient abwickelt, kann nachhaltige Erfolge erzielen.
Ausgangssituation
Projekte sind traditionell ein sehr wichtiges und bewährtes Instrument für Unternehmen, um Veränderungen zu bewältigen. Doch gerade in der Krise werden Projekte auch kritisch hinterfragt. Liefert das Projekt die richtigen Ergebnisse? Ist der Zeitpunkt richtig? Kann das Vorhaben überhaupt erfolgreich umgesetzt werden? Können wir uns das Projekt zum jetzigen Zeitpunkt leisten?
Viele Projekte werden erst einmal gestoppt, um so Beiträge zur Kosten senkung zu leisten. Andererseits sind Projekte das klassische Instrument, um große Veränderungen und Anpassungen zu meistern. Umso mehr kommt es darauf an, die richtigen Projekte zu finden, zum richtigen Zeitpunkt zu starten und erfolgreich durch zuführen. Zudem muss man sorgfältig überwachen, ob sich Rahmenbedingungen verändern, und ggf. steuernd auf das Projektportfolio einwirken.
Große oder kleine Veränderungsschritte?
In Zeiten der Krise werden vielfach Restrukturierungs-, Rationalisierungs- oder andere strategische Veränderungsprojekte aufgesetzt. Diese Projekte sind mit hohen Erwartungen an die Ergebnisse verbunden. Sie stehen häufig unter starkem Zeit- und Kostendruck. Ein Scheitern gerade dieser Schlüsselprojekte kommt selbstverständlich nicht infrage, obwohl gerade sie oft besonders risikobehaftet sind und nicht selten massive Widerstände in der Organisation auslösen. Das klingt nach der Quadratur des Kreises.

Abb. 2: Prioritätsorientierte Ressourcenallokation
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