Von Hélène Mourgue d´Algue
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2009, Seite 32 - 38. Alle Rechte vorbehalten.
Die schweizerische Bundesverwaltung hat HERMES seit 1975 entwickelt und seither 1986, 1995 und 2003 umfassenden Revisionen unterzogen. Seit 2007 ist HERMES als offizielle Projektführungs- und Steuerungsmethode in der IKT-Strategie Bund verankert. Der folgende Beitrag stellt das Vorgehensmodell HERMES für die Projekttypen Systemadaption und System entwicklung vor. Außerdem werden die unabhängig vom Projekttyp bestehenden Submodelle für die Querschnittsfunktionen Projektmanagement, Qualitätssicherung, Risikomanagement, Konfigurationsmanagement und Projektmarketing erläutert. Darüber hinaus behandelt die Autorin die weiteren Elemente des Modells, nämlich Ergebnisse und Rollen im Projekt.
1 Warum eine Methode?
Ein IKT-Projekt (Informations- und Kommunikationstechnikprojekt) besteht aus vielen verschiedenen Teilnehmern mit unterschiedlichen Kulturen:
- Die beteiligten Fachleute können zum Beispiel sowohl aus dem Finanzwesen als auch aus der Chemie stammen.
- Die involvierten Unternehmen sind sowohl lokale Verwaltungen als auch weltweit agierende Firmen oder gemeinnützige Organisationen.
- Die interne Organisation bindet Projektoffice, IT-Fachspezialisten und Manager ein.
Wie etabliert man am besten eine gemeinsame Kultur? Indem man ein gemeinsames Modell auswählt!
HERMES als Methode für das Führen und Abwickeln von Projekten der Informations- und Kommunikationstechnik bietet Verständlichkeit, Standardisierung, Offenheit und Vollständigkeit in einem Modell.
2 Verständlichkeit: Klarheit der Konzepte
2.1 Ein Phasenmodell
Um eine zuverlässige Planung und Steuerung der Projekte zu ermöglichen, definiert HERMES ein Phasenmodell, das sechs Phasen umfasst.

Abb. 1: Das Phasenmodell der beiden Projekttypen von HERMES
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