Explorative Studie zeigt ernüchternde Zahlen

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2009, Seite 17 - 19. Alle Rechte vorbehalten.
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Der Mittelstand steht in Sachen Projektmanagement dort, wo Großunternehmen vor 20 Jahren standen – nämlich ganz am Anfang. Diese Vermutung legt eine explorative Studie nahe, in der Mitarbeiter mittelständischer Unternehmen zur Zufriedenheit mit ihrem Projektmanagement befragt wurden. Demnach erreicht das Projektmanagement im Mittelstand durch schnittlich eine Schulnote von 3,36, wie Dr. Michael Streng berichtet, Studienleiter und Geschäftsführer der parameta Projektberatung. Die Probleme: Projektmanager werden nicht gründlich genug ausgebildet. Einheitliche Projektprozesse fehlen oder werden nicht befolgt. Wichtige Projektaufgaben wie Risikomanagement oder Dokumentation werden ver nach lässigt. Wie bei explorativen Studien üblich, sind diese Ergebnisse noch nicht repräsentativ. Der Untersuchung liegen rund 200 intensiv betreute Interviews zugrunde, befragt wurden bislang aber nur 16 Unternehmen.


Dr. Michael Streng ist
Geschäftsführer der
parameta Projektberatung
GmbH & Co. KG, die er im
Jahr 2003 gegründet hat.
Er hat einen Lehrauftrag
für Projektmanagement an
der Universität Passau.

(Foto: parameta)
Herr Dr. Streng, die Mitarbeiter mittelständischer Unternehmen beurteilen das Projektmanagement in ihren Organisationen nicht einmal als befriedigend …

Dr. Michael Streng: … die Durchschnittsnote liegt bei 3,36 – im Sinne des klassischen Systems der Schulnoten.

Mit einem solchen Durchschnitt kann man als Hightech-Land und Exportweltmeister eigentlich keinen Staat machen.

Es kommt noch etwas schlimmer. Über 40 Prozent der Mitarbeiter attestieren ihrem Unternehmen nicht einmal ein „Befriedigend“.

Zu hohe Ansprüche der Mitarbeiter – oder befindet sich der deutsche Mittelstand wirklich in der Projektmanagement- Diaspora?

Wir haben festgestellt, dass 45 Prozent der von uns befragten mittelständischen Unternehmen über kein Vorgehensmodell für Projekte verfügen. Und die Hälfte von denen, die eines haben, wenden es nicht an.

Das heißt, nur bei jedem vierten Mittelständler werden Projekte nach einem Vorgehensmodell abgewickelt?

Leider, ja.



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