Wissensmanagement-Team bei E.ON „auf der Jagd“ nach Projekterfahrungen

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2009, Seite 11 - 16. Alle Rechte vorbehalten.
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Noch diskutieren Politiker, wie lange die deutschen Kernkraftwerke am Netz bleiben dürfen. Sicher ist: Abgeschaltet werden sie. Wann – dies steht in den Sternen. Beim Energiekonzern E.ON legt man trotz der Ungewissheit nicht die Hände in den Schoß. Das Unternehmen baut derzeit Kernkraftwerke im norddeutschen Stade und in Würgassen bei Kassel zurück. Diese Pionierprojekte wertet ein „Wissensmanagement-Team“ aus. Denn wenn der Startschuss für die Demontage auch der anderen Kernkraftwerke fällt, wird das Wissen von heute den Projekten von morgen helfen. Über das Wissensmanagement als Erfolgsfaktor bei E.ON berichten Uwe Altmann (Leiter Rückbauplanung und -steuerung) und Mathias Wolf (Mitarbeiter Rückbauplanung und -steuerung).


Zerlegte Komponenten eines
Kernkraftwerks werden
„ausgeschleust“. Wie sich
dieser Vorgang am besten
bewerkstelligen lässt –
diese Erfahrungen zeichnen
die Wissensmanager bei E.ON
für künftige Projekte auf.

(Foto: E.ON)
Der Rückbau von Kernkraftwerken gilt unter Projektmanagern als große Herausforderung. Die Projekte laufen über zehn und mehr Jahre, kosten häufig mehr als eine halbe Milliarde Euro und sind technisch hochkomplex. Zudem: Mit dieser Art von Projekten hat man kaum Erfahrung.

Uwe Altmann: Erste Erfahrungen gibt es. Weltweit wurde bislang etwa ein halbes Dutzend Kernkraftwerke vollständig zurückgebaut. Die Technologien für einen sicheren und effizienten Rückbau liegen daher alle vor. Die größte Herausforderung für die Zukunft liegt darin, den Gesamtablauf zu optimieren.

Beim Energiekonzern E.ON laufen derzeit gleich zwei Rückbauprojekte, eines in Stade bei Hamburg, ein anderes in Würgassen bei Kassel.

U. A.: Unser Projekt in Würgassen ist sehr weit vorangeschritten. Das Werk wurde 1994 abgeschaltet, der Rückbau dann 1997 genehmigt. Bis zum Jahr 2014 soll es atomrechtlich zurückgebaut sein, dann sind die Gebäude zum Abriss freigegeben …

… zum „normalen“ Abriss, weil die zulässigen Grenzwerte der Strahlenschutzverordnung unterschritten wurden.

Mathias Wolf: Richtig – was Stade bei Hamburg betrifft: Das Werk wurde 2002 abgeschaltet, und 2005 haben wir die Rückbaugenehmigung erhalten. Wir wollen bereits 2014 mit dem Abriss beginnen können.



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