Risiken erkennen und vermeiden

Von Rafaela Kraus

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 5/2008, Seite 21 - 30. Alle Rechte vorbehalten.
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Die Arbeit von Projektteams lässt sich erfolgreicher gestalten, wenn Ursachen für ineffiziente Gruppenprozesse erkannt und beseitigt werden. Dazu zählen neben erschwerenden Kontextbedingungen, wie zum Beispiel ungeeigneten Anreizsystemen oder einer den Aufgaben nicht angemessenen Zusammensetzung des Teams, eine Reihe von typischen motivations- und leistungshemmenden Phänomenen. Soziales Faulenzen, Trittbrettfahren, Versagensängste, welche die Leistung beeinträchtigen und das Einnehmen von Verweigerungshaltungen lassen sich jedoch vermeiden. Ansatzpunkte hierfür bilden der Projektkontext, die Teamzusammensetzung, die Aufgabengestaltung sowie die Steuerung und Unterstützung von Gruppenprozessen. Unter anderem sollten klare Richtlinien für die Bewertung sowohl der individuellen Leistungsanteile als auch der Teamleistung aufgestellt und der Wettbewerb innerhalb und zwischen Teams gefördert werden. Das Setzen anspruchsvoller und klarer Ziele sowohl für das Team als auch die einzelnen Teammitglieder sowie die Förderung von Identifikation und Commitment mit der Gesamtorganisation und dem Projekt können die Motivation von Teams ebenfalls positiv beeinflussen. Um Kommunikations-, Problemlösungs-, Entscheidungsprozesse zu optimieren, sollten außerdem Methoden zur Unterstützung und Strukturierung von Gruppenarbeit, zum Beispiel Moderations- und Kreativitätstechniken sowie Groupware, eingesetzt werden.


Die Arbeit in Projektteams ist heute die häufigste Form der Gruppenarbeit. Ausgehend von den Besonderheiten von Projektteams, stellt der folgende Beitrag diejenigen Erkenntnisse der Psychologie der Arbeitsgruppe dar, welche die Effektivität von Gruppenarbeit in Projektteams betreffen. Dabei werden zunächst die für die Leis tungsfähigkeit von Projektteams ausschlaggebenden Parameter sowie typische Formen von Leistungshemmnissen und Risiken für die Motivation und das Entscheidungsverhalten von Teams dargestellt. Anschließend werden die Auswirkungen des Entwicklungsstands von Teams und Projekten auf die Leistungen der Gruppe diskutiert. Auf der Basis dieser grundlegenden Erkenntnisse der klassischen Gruppenforschung wird ein Einblick in neuere Entwicklungen und aktuelle Erkenntnisse der gruppenpsychologischen Forschung gegeben. Wie Risiken für die Leistungsfähigkeit von Projektteams in der Praxis vermieden werden können, wird anhand der fünf zentralen Handlungsfelder Teamzusammensetzung, Kohäsion und Kommunikation, Performance Management, Entscheidungsunterstützung und Commitment erörtert.

Wodurch unterscheiden sich Projektteams von "normalen" Arbeitsgruppen?

Wenn man die Effektivität von Projektgruppenarbeit untersucht, darf nicht vergessen werden, dass jeder Arbeitsgruppentypus verschiedene Anforderungen zu bewältigen hat und höchst unter schiedlich funktioniert. Zwar sind auch Projektteams wie alle Arbeitsgruppen interagierende Kollektive in Organisationen. Sie erfüllen für die Organisation relevante, interdependente Aufgaben und ihre Mitglieder verfolgen gemeinsame Ziele. Die Teams sind in ein organisationales Umfeld ein gebettet, das ihren Handlungsspielraum einschränkt und ihren Austausch mit anderen Einheiten beeinflusst. Sie besitzen Schnittstellen zu ihrem organisationalen Umfeld und managen diese. Gleichzeitig zeichnen sich Projektteams im Gegensatz zu Arbeitsgruppen jedoch grundsätzlich durch eine niedrigere externe Integration aus (Abb. 1).


Abb. 1: Unterschiede von Arbeitsgruppen und Projektteams



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