"Roland Gutsch Management Award 2008" für den Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 5/2008, Seite 13 - 14. Alle Rechte vorbehalten.
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Ein schwarzer Ruinenhaufen markierte über fünfzig Jahre lang den Ort, an dem einst die prächtige Dresdner Frauenkirche stand. Doch ab 1993 wurde das Ruinenfeld mitten in Dresden zur Baustelle. Jahr für Jahr wuchs der Kirchenbau empor, nach über zehn Jahren setzte man der Kirchenkuppel die markante Laterne auf. Was nur wenige wissen: Der Wiederaufbau des architektonischen Meisterwerks gilt auch als Sternstunde im deutschen Projektmanagement. Im Sommer verlieh die GPM den beiden federführenden Projektmanagern Dr. Karl-Heinz Schützhold und Ulrich R. Schönfeld (beide IPRO Dresden) den "Roland Gutsch Management Award 2008". Rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nahmen an dem bewegenden Festakt in Berlin teil. Professor Kurt Biedenkopf, ehemaliger Ministerpräsident Sachsens, würdigte in seiner Laudatio das Bravourstück der beiden Projektmanager.


"Ein solches Projekt wie derWiederaufbau der Dresdner Frauenkirche wird nur wenigen Projektmanagern im Leben geschenkt", eröffnete Professor Hasso Reschke den Festakt. Wobei die Projektmanager Dr. Karl-Heinz Schützhold und Ulrich R. Schönfeld dieses Geschenk zu würdigen wussten. "Zwei Prozent Kostenüberschreitung bei über zehn Jahren Bauzeit und ein Jahr Zeitunterschreitung", fasste Reschke die Leistung zusammen, "man muss weit gehen, um ein Projekt dieser Größenordnung mit diesen Präzisionswerten zu finden." Doch nicht nur für diese Bilanzzahlen hat die GPM den beiden Projektmanagern den "Roland Gutsch Management Award 2008" verliehen. Der Wiederaufbau der Barockkirche rief breites Echo hervor. Sein gelungener Abschluss fand weltweit Beifall. Und mit dem Erfolg fiel auch ein Lichtstrahl auf das Projektmanagement in Deutschland.

"Die Frauenkirche war von Anfang an ein Symbol der Vergebung und der Zukunftshoffnung", betonte Professor Kurt Biedenkopf in seiner Laudatio, "deshalb sprechen die Menschen wie selbstverständlich von einer Kirche des Friedens." Er erinnerte an die überwältigende Spendenbereitschaft in aller Welt, durch die das Vorhaben finanziert wurde - und auch an die Schwierigkeiten, die mit dem Projekt verbunden waren. Mit dem Satz "Die Herausforderungen waren wirklich einmalig", verwies Biedenkopf darauf, dass es sich bei dem Wiederaufbau um eine schwierige archäologische Rekonstruktion handelte. "Solche Rekonstruktionen sind umstritten, doch man hat eine geniale Lösung gefunden, indem die Ruine in den Neubau einbezogen wurde." Heute fügen sich die 8.000 historischen Steine sichtbar, doch nahtlos in das gewaltige Kirchengebäude ein. "Dahinter steht eine ungewöhnliche organisatorische Leistung", würdigte Biedenkopf die Leistung der beiden Projektmanager und ihres Teams.


Präsentieren sich mit Awardtrophäe den rund 150 Gästen aus Politik,Wirtschaft und Gesellschaft: Prof. Kurt Biedenkopf, Ulrich R. Schönfeld, Dr. Karl-Heinz Schützhold und Prof. Hasso Reschke (v. l. n. r.) bei der Verleihung des "Roland Gutsch Management Award 2008" in Berlin. (Foto: Oliver Steeger)



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