Praktische Erfahrung mit Projektmanagementqualifizierung im internationalen Umfeld

Von Tobias Schneider

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2008, Seite 39 - 44. Alle Rechte vorbehalten.
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Die Entwicklung von erfolgreichem Projektmanagement ist in den vergangenen Jahren immer stärker durch die Globalisierung geprägt worden. Erfolgreiche Unternehmen sind nicht nur in einem Kulturkreis etabliert, sondern agieren in einem globalen Umfeld. Dies hat natürlich Auswirkungen auf deren Abläufe und Prozesse und damit auch auf die Abwicklung ihrer Projekte. Um Projektabläufe in verschiedenen Standorten erfolgreich zu etablieren, sind Qualifizierungsmaßnahmen für die Ausführenden erforderlich. Damit diese erfolgreich sein können, müssen die lokalen Eigenheiten berücksichtigt werden. Dabei kann man aus bisherigen Forschungsergebnissen von Geert Hofstede, Fons Trompenaars und Charles Hampden-Turner gute Hinweise auf entsprechende Besonderheiten und Wissenswertes erhalten. Es ist hilfreich, diese bei der Gestaltung von Qualifizierungsmaßnahmen zu berücksichtigen. Darüber hinaus ist es wichtig, bei der Umsetzung der Qualifizierungsmaßnahmen mit Fingerspitzengefühl und Augenmaß heranzugehen, um diese gegebenenfalls im Detail zu adjustieren. Einige Tipps aus verschiedenen Kulturkreisen, die im Rahmen von Qualifizierungsprogrammen über die letzen Jahre gesammelt wurden, sollen helfen, mögliche „Fallstricke“ und „Show-Stopper“ zu vermeiden.

Generelles

Es geht bei den folgenden Ausführungen keinesfalls darum, die unterschiedlichen kulturellen Eigenheiten zu werten oder als generelle und unabdingbar feste Eigenschaften darzustellen. Es geht vielmehr darum, Erkenntnisse, die eine gewisse Wahrscheinlichkeit haben, zu identifizieren und entsprechend damit umzugehen. Es gibt natürlich auch immer Einzelfälle und Situationen, die von den identifizierten „Mustern“ abweichen und die als solche behandelt werden müssen. In der Regel sind dann auch individuelle, nicht übertragbare Lösungen notwendig, um mit diesen speziellen Situationen angemessen umzugehen.

1 Ausgangssituation

In den vergangenen Jahren hat sich eine Vielzahl der international/global agierenden Unternehmen mit Synergiepotenzialen in ihren Prozessen beschäftigt. Dabei war die Vereinheitlichung und Standardisierung der Projektmanagementprozesse ein wichtiger Ansatzpunkt (einheitliche Prozesse für alle Standorte eines Unternehmens). Dies bedeutet zunächst die Erarbeitung einer unternehmensweit gültigen Richtlinie für Projektmanagement. Das heißt aber auch die adäquate Vermittlung dieser Standards. Um eine nachhaltige Vermittlung der Standards zu erreichen, müssen aber die lokalen und kulturellen Einflüsse der verschiedenen Standorte berücksichtigt werden.


Abb. 1: Antwort auf die Frage "Wie erleben Sie Projektarbeit in Ihrer Organisation?"



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