e0611e59-137f-48cb-bb5c-75483a0e5a3dTrueISBN3409125477LargeBooks
Kompetent entscheiden. Richtig handeln.
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2008, Seite 37. Alle Rechte vorbehalten.
Lexika des Projektmanagements erscheinen zunehmend. Der Nachteil dieser Form ist natürlich, dass die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Stichwörtern vor allem für Anfänger nicht sichtbar werden. Trotzdem sind solche Nachschlagewerke selbstverständlich notwendig. Die Verfasser haben sich einen Trick einfallen lassen, um den erwähnten Nachteil nicht entstehen zu lassen. Das verbindende Element zwischen den einzelnen Begriffen ist ein nicht triviales Projektbeispiel. Es geht um die Realisierung einer Geschäftsidee eines Unternehmens, das im Chartergeschäft tätig ist und Segelschiffe für betuchte Kunden bereitstellt. Ziel des dargestellten Projekts ist es, eine neue Dienstleistung zu entwickeln. Firmenkunden sollen Konferenzen auf den Booten von Fine Sails abhalten können.
Die einzelnen, rund 120 Stichwörter werden dann am Beispiel der Fallstudie erläutert, was erstaunlich erfolgreich gelingt, obwohl die alphabetische Reihung diesem Vorhaben ja nicht gerade entgegenkommt. Die Darstellung ist auch didaktisch gelungen. Gut gemachte Grafiken und Formularbeispiele sind sehr hilfreich.
Wer allerdings nach dem Lesen des Buchtitels glaubt, dass er ein umfassendes Lexikon vor sich hat, der täuscht sich. Man sucht vergeblich nach Begriffen wie Lastenheft, Pflichtenheft, Konfigurationsmanagement, Reifegradmodelle, Projektbenchmarking, Stakeholder, Programm und Projektportfolio, um nur einige wenige zu nennen.
Einen Vergleich mit den Werken von Dr. Erhard Motzel (Projektmanagement-Lexikon) mit rund 1.500 Begriffen und dem gleichnamigen Online-Buch von Dr. Georg Angermeier hält diese Publikation nicht aus. Zwar wird immer wieder auf DIN-Normen verwiesen, nicht aber auf die ICB oder den PMBoK. Deshalb wird man auch vergeblich bei den deutschen Begriffen die englischen Entsprechungen suchen, wie das sowohl Motzel als auch Angermeier bieten. Aus dem gewählten Projektbeispiel resultiert auch, dass ausschließlich der Ein-Projekt-Fall behandelt worden ist.
Man fragt sich schließlich nach der Lektüre, warum sich die Autoren die Sache so schwer gemacht und die alphabetische Reihenfolge gewählt haben und nicht ein anderes Ordnungsschema, das zum Beispiel aus einem Vorgehensmodell abgeleitet wurde.
Das bedeutet allerdings nicht, dass das Buch missraten ist. Ganz im Gegenteil: Wer an soliden Informationen interessiert ist, die immer mit dem durchgehenden Beispiel verknüpft sind, der bekommt durchaus etwas für sein Geld geboten.