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Von Sven Tackenberg, Bernhard Kausch, Christopher M. Schlick

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2008, Seite 13 - 23. Alle Rechte vorbehalten.
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Das finanzielle Volumen fachdisziplinübergreifender Projekte hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Ein wesentliches Zielkriterium der Projektplanung ist die Minimierung der Projektkosten bei einer gleichzeitigen Reduzierung der Projektlaufzeit und erhöhter Qualität der auszuführenden Aktivitäten. Damit wird der verantwortliche Projektplaner vor konkurrierende Ziele gestellt, die ohne ein systematisches Vorgehen nicht zu bewältigen sind. Bestehende Vorgehensmodelle für die Projektplanung sind jedoch alle sehr stark generisch und stellen dem Planer nur ein abstraktes Hilfsmittel zur Verfügung. Zudem bleibt die Integration von Simulationswerkzeugen zur Unterstützung des Projektplaners bisher unberücksichtigt. Das hier vorgestellte Vorgehensmodell integriert eine Modellierungsmethode, die Anwendung eines Simulationssystems sowie ein Analysewerkzeug zur prospektiven Bewertung von komplexen Projektkonstellationen. Das Vorgehensmodell wurde in Kooperation mit Unternehmen der verfahrenstechnischen Industrie entwickelt und in umfangreichen, verteilten Entwicklungsprojekten validiert.

1 Einleitung

Softwarewerkzeuge, wie beispielsweise MS-Project oder MS-Excel, ermöglichen heute die Analyse und Visualisierung vieler Aspekte von Projekten. Die Erfahrungen im Bereich des CIM (Computer Integrated Manufacturing) haben aber gezeigt, dass der wirkungsvolle Einsatz von Informationstechnik wohlstrukturierte Methoden voraussetzt. Während die Anzahl und die Funktionen verfügbarer IT-Werkzeuge zur statischen Prozess- und Projektvisualisierung in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen haben, gibt es auf dem Gebiet der dynamischen Visualisierung und Simulation von Projekten nur wenige Fortschritte. So existiert kein Standardwerk zur umfassenden Planung, Simulation und Analyse komplexer Projekte. Es ist vielmehr festzustellen, dass die Weiterentwicklung der Methoden und Softwarewerkzeuge zum Teil nicht den Anforderungen heutiger Projekte folgt. Diese Anforderungen resultieren aus einer großen Anzahl von Akteuren und Aufgaben, den Wechselwirkungen zwischen diesen, einer dezentralen Aufgabenaus- führung und -überwachung sowie Unsicherheiten in einer frühen Planungsphase des Projektes.

Vor diesem Hintergrund wurde am Institut für Arbeitswissenschaft der RWTH Aachen ein Instrumentarium, bestehend aus Modellierungsmethode, Simulationsumgebung und Analysewerkzeug zur nachhaltigen Steigerung der Wertschöpfung in komplexen Projekten entwickelt. Dieser Beitrag stellt ein Vorgehensmodell vor, wie das Instrumentarium zur Evaluation und Optimierung von Entwicklungsprojekten bereits in einer frühen Planungs- phase eingesetzt werden kann. Die einzelnen Phasen des Modells und die nachhaltigen Wertschöpfungspotenziale für Unternehmen in Projekten werden vorgestellt und anhand von Erfahrungen aus Entwicklungsprojekten der verfahrenstechnischen Industrie erläutert.


Abb. 1: Dimension eines Projektes



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