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GPM Vorstand Reinhard Wagner über das Projektmanagement im Jahr 2020

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2008, Seite 3 - 8. Alle Rechte vorbehalten.
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Eine „Blaupause“ für Deutschlands Zukunft hat die Deutsche Bank Research kürzlich vor gelegt (vgl. Heft 2/2008, S. 40–41). Der weltweit bedeutende „Think Tank“ suchte nach Trends für das kommende Jahrzehnt, wollte ein plausibles Szenario für Wirtschaft und Gesellschaft im Jahr 2020 skizzieren – und traf mit seinen Prognosen den Nerv der Projektmanager. Derzeit liefert die Projektwirtschaft zwei Prozent der deutschen Wertschöpfung. Im Jahr 2020 werden es 15 Prozent sein. GPM-Vorstand Reinhard Wagner, zuständig für PM-Forschung und Facharbeit, sprach mit den Zukunftsforschern in Frankfurt. Was sie ihm mitteilten, passt ausgezeichnet zu seinen eigenen Analysen. Heute kann Reinhard Wagner ein erstaunlich reichhaltiges Bild über die (gar nicht ferne) Zukunft des Projektmanagements präsentieren: Projektmanagement wird für die deutsche Wirtschaft immer wichtiger.


GPM Vorstand Reinhard
Wagner untersucht Zu-
kunftstrends im Projekt-
management. Jüngst
machte er in der GPM die
Ergebnisse einer Trend-
studie der Deutsche Bank
Research bekannt, die
seine eigenen Unter-
suchungen untermauern.

(Foto: privat)

Die Deutsche Bank Research hat ein bemerkenswertes Szenario für das Jahr 2020 entwickelt. Demnach soll die Projektwirtschaft fünfzehn Prozent der Wertschöpfung in Deutschland liefern; im Jahr 2007 waren es gerade einmal zwei Prozent. Sie haben die Studie unter dem Titel „Expedition Deutschland“ analysiert und auch mit den Autoren gesprochen. Halten Sie dieses Szenario für plausibel?

Reinhard Wagner: Ja, ich halte es für plausibel. Für sehr plausibel sogar.

Die Autoren der Studie sprechen ausdrücklich von Projektwirtschaft – und nicht vom Projektmanagement. Was wird unter dem Begriff „Projektwirtschaft“ genau verstanden?

Unter Projektwirtschaft versteht man zumeist temporäre, außerordentlich kooperative und oft globale Wertschöpfungsprozesse. Für viele Fachleute liegt auf der Hand, dass diese Projektwirtschaft sich immer mehr durchsetzen wird.

Solche temporären, kooperativen und oft globalen Wertschöpfungsprozesse sind doch nichts Neues …

Richtig, in der Automobilwirtschaft werden sie bereits umgesetzt. Dort sind mehrere Hundert Lieferanten in einem einzigen Automobilprojekt vereinigt. Rechtlich selbstständige Unternehmen – häufig weltweit verteilt – finden zu einer Gemeinschaft auf Zeit zusammen, zu einem kooperativen Miteinander. Solche Kooperationen werden in diesem Szenario als hocheffiziente Art des Wirtschaftens betrachtet.



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