Heimatforschung – Professor Heinz Schelles zweite Domäne

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2008, Seite 19- 20. Alle Rechte vorbehalten.
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Es braucht einen gewissen Rahmen, damit Professor Heinz Schelle von seinem vielleicht erfolgreichsten Buch erzählt: ein gutes Essen mit einer Maß bayerischen Biers, die Muße des Abends oder frische Gebirgsluft beim Wandern. Dann berichtet er von seinem Buch, das mit Projektmanagement so viel zu tun hat wie die Berge seiner oberbayerischen Heimat mit der rheinischen Tiefebene. Heimatforschung ist das Stichwort!


"Tagebuch eines Bauernlebens", heißt das Bändchen. Von 1765 bis 1797 hat sich die Bauernfamilie Daisenberger ihre Alltagssorgen von der Seele geschrieben und ihrer Nachwelt eine einzigartige Chronik hinterlassen. Prof. Heinz Schelle erforschte das Bauernleben mit der wissenschaftlichen Akribie, mit der er auch im Projektmanagement arbeitet. Mosaikstein für Mosaikstein trug er zusammen, bis er das Leben der Familie rekonstruiert hatte, die nur einen Steinwurf weit weg von ihm gewohnt hat, quasi im Haus um die Ecke. „Die Familie ist den Schwierigkeiten des Lebens mit einer für heutiges Verständnis fast unbegreiflichen Selbstverständlichkeit begegnet“, sagt er nachdenklich.

Heinz Schelle, der Heimatforscher im oberbayerischen Zugspitzland. Diese Arbeit macht ihm Freude, da glänzen seine Augen. Manche sagen, sie glänzen beim Historischen mitunter mehr als beim Projektmanagement – ein Gerücht wohl, nicht mehr. Tatsache aber ist: Rund zwanzigtausend Mal hat sich das „Tagebuch eines Bauernlebens“ verkauft. Es erschien vor zehn Jahren in einem Rosenheimer Verlag, und mit dem Werk hat Prof. Heinz Schelle nicht nur sich, sondern auch seinen Heimatort Oberau in Bayern berühmt gemacht.

Nun ist er einer weiteren Biographie auf der Fährte, und ihre Spur verliert sich noch weiter in der Vergangenheit, tief im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert. Die Bruchstücke, die er in Kirchenbüchern, Bistums archiven und anderen Sammlungen findet, sind winzig. Wie ein Archäologe fügt er das Puzzle geduldig zusammen, bald wird das Bild rund sein.

Attach:PMAktuell-200803/025-Report.jpg Δ| Prof. Heinz Schelle ist im oberbayerischen Zugspitzland als Historiker und Heimatforscher bekannt. Das Foto zeigt den Jubilar auf der GPM-Aktiven-Tagung im Februar 2008. (Foto: Oliver Steeger)




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