Von Antje Funck, Anke Piwetzki, Oliver Steeger
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2008, Seite 2. Alle Rechte vorbehalten.
Bauchentscheidungen gelten nicht viel im Management. Nur wenige Führungskräfte räumen unverblümt ein, dass sie wichtige Entscheidungen intuitiv treffen – statt methodisch-gewissenhaft die Fakten zu analysieren und abzuwägen. Auch für Wissenschaftler war die menschliche Intuition über Jahrzehnte nicht greifbar, sie wurde ins Reich des Irrationalen, gar des Esoterischen verbannt.
Der Wind hat sich gedreht. Die menschliche Intuition wurde unverhofft rehabilitiert – als ein Werkzeug der menschlichen Intelligenz, die in bestimmten Situationen der bewussten Geistesarbeit ebenbürtig, sogar deutlich überlegen ist. Insbesondere Experten mit tiefem Fachwissen sind gut in der Lage, Entscheidungen schnell und aus dem Bauch heraus zu treffen. An der Speerspitze der Intuitionsforschung steht Professor Gerd Gigerenzer, Psychologe von Weltruf und Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin. Er hat die Leistungsfähigkeit der Intuition mit erstaunlichen Experimenten überprüft. „Ist die Zukunft schwer vorhersagbar, so gibt es bessere als die im Management gängigen Entscheidungsstrategien“, erklärt er in dem Interview, das wir mit dem Experten führen konnten.
Vielleicht ebenfalls einer Bauchentscheidung verdanken wir dieses Gespräch mit Professor Gerd Gigerenzer, bei dem Forscherkollegen, ratsuchende Manager und interviewbegehrende Journalisten Schlange stehen. Der Bauchentscheidung unseres Chefredakteurs Professor Heinz Schelle. Er hat die Bedeutung der jüngsten Forschungsergebnisse zur Intuition für die Praxis des Projektmanagements sofort erkannt. Professor Heinz Schelle teilte der Redaktion in seiner sympathischen bayrischen Stimmfärbung mit: „Das Interview machen wir!“ Unser Chefredakteur lag goldrichtig: Wie durch ein kleines Wunder fand sich ein Termin mit dem viel beschäftigten Berliner Experten.
Um es rundheraus zu sagen: Professor Heinz Schelle an der Redaktionsspitze ist ein großer Glücksfall nicht nur für die „projektMANAGEMENTaktuell“, sondern auch für unsere PM-Community und freilich für die Redaktion. Dank seines einzigartigen Expertenwissens konnten GPM und Verlag die Zeitschrift inhaltlich auf ein hohes Niveau bringen und Trendthemen besetzen, die vielen anderen Publikationen zunächst verborgen blieben. Er versteht es, wissenschaftlichen Anspruch und Nähe zur Arbeitspraxis zu verbinden. Er ist ebenso bei den wissenschaftlichen Trends wie auch bei den täglichen Aufgaben und Problemen der Projektmanager zu Hause.
Indes, ein guter Chefredakteur braucht mehr als nur Wissen. Er ist – wie auch ein Projektmanager – Führungskraft. Er muss Redaktion und Autoren führen können und sie zu einem Team schmieden. Unser Glücksfall: Professor Heinz Schelle predigt nicht nur Führungskompetenz, er lebt diese Kompetenz – im besten Sinne des Wortes. Er steht hinter seiner Redaktionsmannschaft, er motiviert sie mit seinem eigenen Enthusiasmus, er ist offen für Vorschläge, entscheidet schnell und kompetent bei offenen Fragen, ist präsent und erreichbar, er gleicht bei inhaltlichen Differenzen aus und versteht es, sein Team auf seine Vision einer guten und zeitgemäßen Fachpublikation einzuschwören.
Weshalb wir dies nach Jahrzehnten der Zusammenarbeit in einem „etwas anderen“ Editorial berichten? Professor Heinz Schelle hat soeben seinen siebzigsten Geburtstag gefeiert; wir gratulieren ihm und danken ihm herzlich für die Jahre der Zusammenarbeit. Und wir wünschen uns viele weitere Jahre mit ihm an der Spitze der „projektMANAGEMENTaktuell“.
P. S.: Zwischen den Seiten 16 und 17 finden Sie die Checkliste „Projektstrukturplan“ zum Herausnehmen und Abheften. Sie ist die erste einer Folge von Checklisten zu verschiedenen Themengebieten des Projektmanagements, die in nächster Zeit in der „projektMANAGEMENTaktuell“ veröffentlicht werden.