Prof. Felix Brodbeck, international renommierter Wirtschaftspsychologe, über die Mentalität der Manager

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2008, Seite 3 - 9. Alle Rechte vorbehalten.
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Deutsche Manager gelten nach wie vor als „hart in der Sache“. Doch die Führungskultur hierzulande wandelt sich: Zu groß ist der Wunsch, dass Manager nicht nur nach Sachlage und Aufgaben entscheiden, sondern auch die Mitarbeiter respektieren und ihre Belange berücksichtigen. Setzt sich das, was im Projektmanagement unter „Mitarbeiterorientierung“ verstanden wird, in deutschen Unternehmen langsam durch? Die Chancen und Schwierigkeiten der Führung „made in Germany“ hat der Münchner Wirtschaftspsychologe Professor Felix Brodbeck (Ludwig-Maximilians-Universität München) untersucht. Er stützt sich auf die Studie GLOBE (Global Leadership and Organizational Effectiveness), für die 17.000 Führungskräfte des mittleren Managements aus 61 Ländern befragt wurden. Erstaunliche Diagnose für Deutschland: Unsere Manager wünschen sich deutlich „humanere“ Umgangsformen am Arbeitsplatz. Zugleich erwarten sie von ihren Kollegen exakt das Gegenteil – nämlich „klare Kante“ im Führungsverhalten.


Professor Felix Brodbeck
(Ludwig-Maximilians-
Universität München)
untersucht die Führungs-
kultur in 61 Ländern.

(Foto: privat)

Manager scheinen in Deutschland nicht gern gesehen zu sein. Vor einigen Jahren platzierte sich ein Buch unter dem Titel „Nieten in Nadelstreifen“ in den Bestseller-Charts, dessen Echo bis heute noch vernehmbar ist. Bestätigt Ihre Studie die Abneigung der Deutschen gegen ihre Manager?

So pauschal kann man die Frage nicht beantworten. Folgt man der Presse, kann durchaus der Eindruck entstehen, dass der Ruf deutscher Manager in weiten Teilen der Bevölkerung schlecht ist. Folgt man indes den international vergleichenden GLOBE-Studien, so heißt Führung in Deutschland, hart in der Sache zu sein und häufiger als andernorts auch hart zur anderen Person.

Wir wollen hart führende Manager?

Ja und nein. Zum einen wünschen wir uns im Arbeitsumfeld einen weniger hart geführten Umgang mitein - ander. Doch im internationalen Vergleich zeigen wir eine höhere Toleranz gegenüber Führungskräften, die in der „Humanabteilung“ nicht gerade beste Referenzen vorzuweisen haben.

Wie kommt es zu diesem bemerkenswerten Befund?



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