Gender und Diversity in Projekten

Von Martina Berthold

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2007, Seite 51 - 56. Alle Rechte vorbehalten.
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Haben Sie schon mal überlegt, ob Ihre Projektkrise nicht dadurch begründet sein könnte, dass die personelle Vielfalt nicht beachtet worden ist? Werden alle ProjektmitarbeiterInnen ihren Fähigkeiten gemäß eingesetzt, oder ist die Aufgabenübergabe durch stereotype Zuschreibungen beeinflusst? Welche Wirkung hat die Projektleiterin eines Technikprojekts in einem reinen Männer-Projektteam?

Dass in internationalen Projekten eine besondere soziale Dynamik wirkt und spezielle Spielregeln für eine krisenfreie Zusammenarbeit notwendig sind, ist bekannt. Noch wenig bis gar nicht diskutiert wird jedoch die Tatsache, dass zahlreiche zusätzliche Dimensionen personeller Vielfalt wirken: Geschlecht, Lebensalter, Behinderung, Religion, soziale Herkunft … Es zahlt sich jedoch aus, Diversity in Projekten wahrzunehmen, zu reflektieren und bewusst einzusetzen.

Der zielgerichtete Einsatz und die Steuerung von Gender und Diversity in Projekten steigern die Effizienz der Zusammenarbeit, vermindern Projektrisiken, können Projektkrisen verhindern, erhöhen die MitarbeiterInnen-Motivation und optimieren das Management der Interessengruppen und das Projektmarketing. Diese Annahme stand im Mittelpunkt meiner Forschungsarbeit, innerhalb deren ich das Konzept des Diversity-Managements auf das Projektmanagement übertragen habe: eine reizvolle und neue Herausforderung, denn ich habe dabei keinen fertig gepackten Methodenkoffer bzw. keine Diversity-Rezepte in den Mittelpunkt gestellt. Vielmehr lag der Fokus auf einem situationsangepassten, zielgerichteten Umgang mit personeller Vielfalt und dessen Integration in die Projektmanagementpraxis. Die Diversity-Dimension Geschlecht (im Sinne von „Gender“) hatte ich besonders im Blick und verwende daher auch den Doppelbegriff „Gender und Diversity“.

Die theoretische Aufbereitung des Themas ergänzte ich durch Interviews mit vier ProjektmanagerInnen. Unter den zwei Frauen und zwei Männern waren sowohl ProjektleiterInnen als auch AuftraggeberInnen aus internationalen Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung. Einige markante Gesprächspassagen fließen – als Zitate in Anführungszeichen gesetzt – in den Artikel ein.

Die Praxisorientierung meiner Ausführungen mache ich auch in der Gliederung des Textes sichtbar. Ich lade Sie ein, sich auf die drei Schritte zu Gender und Diversity in Projekten einzulassen und sich mit mir in geistige Bewegung zu setzen …


Abb.1: Modell "Four Layers fo Diversity"



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