Weiterbildungsfachmann Jürgen Graf: Gute Marktchancen für PM-Trainings
Von Oliver Steeger
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2007, Seite 49 - 50. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Weiterbildungsstudie hat jüngst die Projektmanagementtrainer verunsichert: Nach Einschätzung von Unternehmen wird die Bedeutung der Projektmanagementqualifizierung künftig sinken. Nur etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen, für die PM-Trainings heute Priorität haben, glauben auch an die künftige Bedeutung des Themas. Ist der Zenit des Booms überschritten? Jürgen Graf, Autor dieser Studie und Redakteur bei dem renommierten Weiterbildungsfachverlag „managerSeminare“, sieht indes keinen Grund für Besorgnis. Zum einen sind die ermittelten Einschätzungen keine Prognosen. Zum anderen: Die Projektmanagementausbildung hat sich im Weiterbildungsmarkt fest etabliert. Und viele Projektmanagementtrainer sind mit ihrem Mischangebot aus Organisationsberatung und Qualifizierung gut aufgestellt.

(Foto: Verlag managerSeminare)
Herr Graf, Sie haben in Ihrer Studie einen beunruhigenden Befund veröffentlicht. Unternehmen schätzen die Bedeutung des Projektmanagementtrainings derzeit als hoch. Doch sie erwarten, dass die Bedeutung zukünftig abnimmt, stark abnimmt. Sturmwolken am Schönwetterhimmel?
Wir haben in unserer Studie das Projekt- und Prozessmanagement zusammengefasst. Die Zahlen: 40,8 Prozent der Unternehmen schätzen dieses Weiterbildungsthema momentan als bedeutsam. Doch nur 23,5 Prozent der Unternehmen geben ihm auch Bedeutung für die Zukunft. Dies ist ein Rückgang um 17,2 Prozent, den zweithöchsten Rückgang, den wir bei den zwanzig untersuchten Weiterbildungsthemen registriert haben.
Droht Ihrer Meinung nach den Projektmanagementtrainern ein Geschäftseinbruch?
Langsam, wir sprechen von Einschätzungen. Daraus leite ich keine Prognose ab. Mit einer solchen Ableitung betritt man schnell dünnes Eis, wie sich in der Vergangenheit schon mehrmals gezeigt hat.
Inwiefern?
Ich nenne ein Beispiel. Dem Thema Stressmanagement/Gesundheit attestieren Unternehmen seit Jahren eine hohe Zukunftsbedeutung, doch keine momentane Bedeutung. Wer vor vier Jahren aus diesen Zahlen abgeleitet hat, dass heute Stressmanagementtrainings gut laufen – der hat sich in den Finger geschnitten. Über das Problem bewusstsein sind die Unternehmen hier nicht hinausgekommen. Trainings zum Thema Gesundheit werden aktuell vergleichsweise wenig nachgefragt.
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