Sieben Schritte zur effizienten Problemlösung
Von Renate Raschke
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 3/2007, Seite 36 - 42. Alle Rechte vorbehalten.
Projektaufträge mögen in der Praxis noch so vielfältig sein, Projektspezifika noch so unterschiedlich, eine Gemeinsamkeit zeichnet alle Projektleiter aus: Ihre Hauptaufgabe besteht im Identifizieren, Analysieren und Lösen von Problemen. Dass sie dabei nicht immer wie im Lehrbuch vorgehen, ist gelebte Praxis. Alleine auf Intuition basierende Entscheidungen oder Problemlösungen werden in einem immer komplexer werdenden Umfeld jedoch kaum die angemessene Strategie darstellen. Die systematischen Problemlösungstechniken, die in den vergangenen Jahrzehnten ihren Weg ins Projektmanagement gefunden haben, sind nur eingeschränkt geeignet, die Vielzahl von Abhängigkeiten und Verknüpfungen in komplexen Projektumfeldern ausreichend zu berücksichtigen. Insbesondere in international ausgerichteten Projekten mit einem globalen, interkulturellen Umfeld wird dies immer wieder deutlich. Im folgenden Artikel wird eine seit langem bekannte, aber nicht sehr beachtete Methode vorgestellt, die nach Meinung der Verfasserin besonders geeignet ist, komplexe Zusammenhänge, Interdependenzen und deren Dynamik abzubilden und damit nachhaltig wirksame Lösungen zu erarbeiten.
Bereits 1987 haben Prof. Dr. Peter Gomez und PD Dr. Gilbert J. B. Probst von der Hochschule St. Gallen eine Methodik zur ganzheitlichen Lösung von Problemen veröffentlicht. Sie zielten damals auf vernetztes Denken im generellen Management. Einen Vorgänger hat dieser Ansatz in der an der Rand Corporation in USA entwickelten Cross-Impact-Analyse. Im Projektmanagement hat dieser Ansatz bisher noch kaum Fuß gefasst. Im Folgenden wird gezeigt, was das vernetzte Denken im Allgemeinen und die sieben Schritte im Speziellen als zusätzliche Problemlösungsmethode im Projektmanagement leisten können.
Vernetztes Denken im Projektmanagement
Bei der Methode des ganzheitlichen Problemlösens liegt der Schwerpunkt nicht so sehr auf der Lösung selbst, sondern vielmehr auf der sorgfältigen Problemerkennung. Das bedeutet, dass die Problemsituation in ihrer Verknüpfung mit einer Vielzahl von Einflussfaktoren zu erfassen ist. Die Methodik des ganzheitlichen Problemlösens vollzieht sich in folgenden sieben Schritten:
1. Abgrenzung des Problems
2. Ermittlung der Vernetzung
3. Erfassung der Dynamik
4. Interpretation der Entwicklungsmöglichkeiten
5. Bestimmung der Lenkungsmöglichkeiten
6. Gestaltung der Lenkungseingriffe
7. Realisierung und Weiterentwicklung der Problemlösung

Abb. 2: Netzwerk der Einflussfaktoren
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