Instrumente für den Wissenstransfer
Von Andrea Cüppers
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2007, Seite 30 - 36. Alle Rechte vorbehalten.
Projekte werden ständig komplexer. Zusätzlich nimmt die Geschwindigkeit bei der Projektabwicklung unter anderem durch die Verkürzung der Produkt- und Prozesszyklen und den Einsatz neuer, flexibler Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) laufend zu. Die Globalisierung und Internationalisierung der Wirtschaft, die ein Handeln unabhängig von räumlichen Distanzen und Zeitverschiebungen erfordern und damit komplexe Projektstrukturen mit einer Vielzahl von Beteiligten an unterschiedlichen Orten bedingen, verstärken diesen Trend zudem. In der Folge bleibt den Unternehmen häufig nur wenig Zeit für eine umfassende und sorgfältige Projektvorbereitung. Die richtigen Entscheidungen müssen immer schneller auf der Grundlage von verfügbaren, nicht immer vollständigen und aktuellen Informationen getroffen werden. Diese veränderten Anforderungen zwingen die Unternehmen zur Optimierung ihrer Wertschöpfungsketten und zum bewussten Umgang mit den vorhandenen Fähigkeiten und Kompetenzen, die für die Realisierung anspruchsvoller Projekte unabdingbar sind.

Abb.: Gestaltungsfelder des Wissens-
management
Alle diese Herausforderungen bedürfen einer Lösung, die vor allem auf humane Ressourcen zurückgreift. Materielle Ressourcen können unterstützend eingesetzt werden, spielen aber eine untergeordnete Rolle. Es gilt, die humanen Ressourcen im Unternehmen optimal einzusetzen, zu fördern und mit den erforderlichen Informationen auszustatten. Wissensmanagement bildet hierfür die Grundlage, es ergänzt die herkömmlichen Projektmanagementmethoden. In den meisten Unternehmen ist die Erkenntnis bereits gereift, dass ihre Zukunft davon abhängt, wie schnell sie das für sie relevante interne und externe Wissen systematisch erschließen. Wissensmanagement ist daher branchenübergreifend ein wichtiges Thema, dem sich die Geschäftsführung angenommen hat. Dennoch haben bisher nur wenige Organisationen ein unternehmensweites Konzept, das einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt.
Insbesondere Unternehmen, die häufig in Projektorganisationen arbeiten, wie zum Beispiel Firmen in der Bauwirtschaft, haben Schwierigkeiten mit der Umsetzung von Wissensmanagement. Ständig wechselnde Teamzusammensetzungen, einmalige Aufgabenstellungen ohne Wiederholungscharakter oder begrenzte zeitliche und personelle Ressourcen sind vielfach genannte Ursachen. Selten wird erkannt, dass diese Merkmale auch Vorteile für den Wissenstransfer haben können. Zudem fehlt es bislang an pragmatischen, einfach umzusetzenden Maßnahmen und Instrumenten, die sich in die täglichen Geschäftsprozesse integrieren lassen.
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