Ein kleines Nachtfenster für den Airport-Umzug ins „Goldene Land“

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2007, Seite 3 - 10. Alle Rechte vorbehalten.
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Den allerersten Fluggast mit Blumen am neuen Airport zu begrüßen, dafür blieb in Bangkok kaum Zeit. Thailands funkelnagelneuer Flughafen Suvarnabhumi (deutsch: „Goldenes Land“) wurde in den ersten 24 Stunden nach der Eröffnung von geschätzt 110.000 Fluggästen bevölkert. Rund 700 Flieger landeten und starteten an dem ersten Betriebstag, am 28. September 2006. Zwei Jahre lang hatte sich Thailand auf diesen Tag vorbereitet. Man wollte die Feuertaufe mit Bravour bestehen. Denn das asiatische Königreich schmiedet in puncto Luftfahrt ehrgeizige Zukunftspläne, von einem Luftverkehrs-Drehkreuz für die gesamte Region ist die Rede. Angesichts solcher Visionen durfte am ersten Betriebstag nichts schiefgehen. Der thailändische Flughafenbetreiber holte Hilfe vom Münchner Flughafen. Ein Team um Projektleiter Hans-Joachim Klohs bereitete die Inbetriebnahme und den Airport-Umzug vor. Die Spezialisten vom Flughafen München machten – fast – eine Punktlandung.

Die Flughafenbetreiber in Bangkok schmieden kühne Zukunftspläne. In den nächsten zehn Jahren will man die Kapazität des neuen Airports verdoppeln, statt der 50 Millionen Fluggäste jährlich von heute sollen dann 100 Millionen am Airport Suvarnabhumi abgefertigt werden. Doch vor diesem zweiten Schritt mussten die Betreiber im vergangenen September den ersten Schritt tun – nämlich den Flugverkehr vom alten zum neuen Airport verlegen und den Betrieb aufnehmen. Über zwei Jahre haben sie den neuen Flughafen der Acht-Millionen- Metropole Bangkok auf den Umzug und die Inbetriebnahme vorbereitet. Rundheraus gefragt: Hat am Umzugstag alles geklappt?

Fast alles. Es gab Probleme bei der Gepäckausgabe. Es standen nicht genug Transporter für die Koffer zur Verfügung. Wir haben die Verantwortlichen ein halbes Jahr vorher auf diese Planungslücke hingewiesen. Unsere Empfehlung wurde aber nicht umgesetzt.

Ein Wermutstropfen für Sie?

Aus Erfahrung wissen wir, dass die Inbetriebnahme eines neuen Flughafens fast nie störungsfrei gelingt. Mit einem zu 90 Prozent reibungslosen Anlauf ist schon viel erreicht. So unangenehm die verbleibenden Schwierigkeiten für die betroffenen Passagiere auch sein können.

Was ist die größte Herausforderung bei der Inbetriebnahme eines neuen Flughafens?

Es darf halt nicht viel schiefgehen, das ist das größte Problem.


In einem ehemaligen Sumpfgebiet nahe Bangkok entstand der neue Flughafen. Doch nicht nur der Bau, sondern auch die Inbetriebnahme und der Umzug vom alten Airport stellten das Projektteam vor Herausforderungen. Fachleute vom Münchner Flughafen halfen ihren thailändischen Kollegen bei dem Großprojekt. (Foto: AOT)



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