„Erst die Standortbestimmung, dann (vielleicht) das Führungskräftetraining“

Von Oliver Steeger

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2007, Seite 61 – 63. Alle Rechte vorbehalten.
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Motivation, Kommunikation, Konfliktbearbeitung, Teambildung: Zu fast jedem Führungsthema finden Projektmanager heute Trainingsangebote. Ein bunter Seminarmarkt hat sich rund um das Thema Führung entwickelt. Doch die Hoffnung trügt, Sozialkompetenz ähnlich wie die Methodenlehre im Projektmanagement schulen zu können. Die Rollenspiele, Gruppengespräche oder Abenteuertage sensibilisieren zumeist nur für die Führungsfragen; das Verhalten selbst ändern sie nur minimal. Nicht wenige Fachleute betrachten diese Trainings daher mit einer gehörigen Portion Skepsis. Die Münchner Karriereberaterin Madeleine Leitner empfiehlt, Standardtrainings nur sehr gezielt und im Rahmen eines Coachings einzusetzen. „Menschen verändern sich nicht in einer Woche“, sagt die Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin, die auch Vorsitzende der Sektion Wirtschaftspsychologie im Berufsverband Deutscher Psychologen ist.


Madeleine Leitner (51) ist Karriereberaterin,
Diplompsychologin und Psychotherapeutin

(Foto: privat)

In neueren Studien betonen Fachleute immer wieder, wie wichtig die Sozialkompetenz der Projektmanager für den Projekterfolg ist. Solche Führungskompetenzen kann man schulen und trainieren, wird gerne behauptet. Psychologen warnen allerdings vor der Illusion, man könne Führungsverhalten wie jede andere Kompetenz vermitteln.

Die Skepsis teile ich. An die Trainings werden häufig zu hohe Erwartungen geknüpft. Es ist generell schwierig, das Verhalten von Menschen dauerhaft zu verändern. Man macht sich sicherlich Illusionen, wenn man von eher kontaktscheuen Mitarbeitern nach einem Training Führungskompetenz erwartet.

Arbeitstechniken und Methoden kann man unterrichten – nicht aber Führungskompetenz?

Ich bin der Überzeugung, dass Menschen so sind, wie sie sind. Selbst unter hohem Leidensdruck ist es sehr schwer, auch nur eine Kleinigkeit zu verändern. Dies muss man zur Kenntnis nehmen. Es fehlt freilich nicht an gutem Willen der Betroffenen, sondern an bestimmten Voraussetzungen bei ihnen.

Wie würden Sie diese Voraussetzungen beschreiben?

Es handelt sich um eine Begabung oder ein Talent, mit Menschen umzugehen.


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