Von Erwin Hesser, Karin Thier
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2007, Seite 37 - 40. Alle Rechte vorbehalten.
Beim Bestreben nach Wirtschaftlichkeit und Gewinnmaximierung ist immer wieder zu beobachten, dass die größte und unmittelbar vorhandene Reserve von Unternehmen nicht hinreichend genutzt wird: die eigenen Mitarbeiter! Das in Mitarbeitern „schlummernde“ Potenzial für Verbesserungsideen verhallt nicht selten ungehört und die gewonnenen Erfahrungen aus Projekten und Prozessen verbleiben in den Köpfen derer, die sie gemacht haben. Dabei lässt sich mit etwas Aufwand dieses schlummernde Mitarbeiterwissen wecken und gewinnbringend im Unternehmen umsetzen. Story Telling ist eine auf alten Traditionen beruhende und dennoch innovative Methode, die darauf spezialisiert ist, solch „verborgenes“ Mitarbeiterwissen zu nutzen.
Das Ideenpotenzial der eigenen Mitarbeiter nutzen!
„25 Jahre lang haben sie nur meine Hände bezahlt, obwohl sie auch meinen Verstand hätten haben können – und zwar gratis!“
Zitat eines Mitarbeiters von GE, im Rahmen einer Work-out-Konferenz Unternehmen leben vom Einsatz und den Ideen ihrer Mitarbeiter und auch Projektmanagementansätze werden letztendlich nur durch die Verbundenheit und das Verständnis der Belegschaft zum Leben erweckt. Erst wenn die Betroffenen zu Beteiligten gemacht werden, ist ein System tragfähig und ausbaubar. Bisher wird in Unternehmen dieser Aspekt allerdings stark vernachlässigt: Es fehlt an flexiblen, innovativen und prozessübergreifenden Methoden, die das verborgene Wissen von Mitarbeitern aufdecken und quantifizieren.
Das vorherrschende „große Schweigen“ von Mitarbeiterseite verdeckt ein oft großes Potenzial an möglichen Verbesserungen und Lösungen im Unternehmen. Es handelt sich hier um ein flächendeckendes Informations- und Wissensnetz (eine Art Parallel- oder Schatteninformationsnetz), das ungenutzt dem Unternehmen zur Verfügung steht. Erkunden Unternehmen dieses Netz, stoßen sie auf Verbesserungsvorschläge, Lösungsmöglichkeiten, innovative Ansätze, Fehlerquellen, Redundanzen und Reibungsverluste, die im Wesentlichen verdeckte Kostentreiber und verdeckte Kosteneinsparpotenziale darstellen. Betriebswirtschaftlich, könnte man sagen, ist das Negieren und Ignorieren dieses Informationsnetzes eine ineffektive Nutzung der vorhandenen Unternehmenspotenziale.

Story Telling im Rahmen des QM-Regelkreismodells
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