Von Frank Möller, Otto-Ernst Brust, Horst Becker

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2007, Seite 25 - 31. Alle Rechte vorbehalten.
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Zu der neuen Projektmanagementnorm – prozessorientiert, integriert und praxisnah – soll anhand eines Praxisbeispiels berichtet werden, wie die Elemente der neuen Norm zur Ermittlung von Effizienzpotenzialen in einem Vertriebsprozess durch integrierte Projektmanagementstrukturen berücksichtigt und angewandt werden. An einem Beispiel aus der Chemiesparte „Performance & Life Science Chemicals“ (PLS) der Merck KGaA wird gezeigt, inwieweit Instrumente – wie z. B. das EFQM-Modell – im Geschäftsprozessmanagement wirksam dazu beitragen können, die Strategieinhalte mittels Projektmanagement auf das operative Geschäft zu übertragen. Projektmanagement und Geschäftsprozessmanagement wurden dabei miteinander vernetzt und ergänzen sich gegenseitig. Dies geht bereits aus den Wortstämmen hervor: Projekt abgeleitet von „Proicere“= nach vorne werfen, und Prozess von „Procedere“= vortreten, vorrücken.

Kernprozesse eines Unternehmens werden weitgehend durch Projekte realisiert. Deshalb können PM-Strukturen in Geschäftsprozesse integriert werden. Umgekehrt werden Geschäftsprozesse über Projekte erarbeitet und eingeführt. Die Gliederung des Beitrages orientiert sich deshalb an dem „Prozesshaus der künftigen Projektmanagement-Norm“.

Projektphase Initialisierung: Spartenstrategie-Implementierungsprojekte


Geschäftsprozessmanagement mittels Projekt-
management


Um die Spartenstrategie abzusichern und wirksam ins operative Geschäft zu überführen, hatte die Spartenleitung mehrere Projekte zur Strategieimplementierung in Auftrag gegeben, unter anderem zu den Themen „Production and Logistics“, „Key Account Management“ und auch zum Prozessmanagement. Diese Projekte wurden abteilungsübergreifend von Mitarbeitern der Sparte bearbeitet und dienten sowohl dem besseren gegenseitigen Kennenlernen als auch der projektthemenbezogenen Stärkung des eigenen Geschäftsverständnisses im jeweiligen Verantwortungsbereich. Die Zusammenarbeit zwischen Nachbarabteilungen wurde hierdurch unterstützt.

Im Folgenden werden die Vorgehensweise sowie die Ergebnisse aus den Strategieimplementierungsprojekten zur Einführung von Geschäftsprozessmanagement-Strukturen in der Sparte sowie ein operatives Anwendungsbeispiel zur Ermittlung von Effizienzpotenzialen aus dem Vertrieb dargestellt.
Das Geschäftsprozessmanagement der Merck KGaA basiert auf der TOPAS®-Methode. TOPAS® wurde von Merck entwickelt und bedeutet Transparentes Optimiertes Prozess-Analyse-System. TOPAS® beschreibt Geschäftsprozesse, setzt Ziele um, überwacht die Prozessleistungen und unterstützt Managemententscheidungen. TOPAS® ist ein „4-Ebenen-Modell“ und beinhaltet Prozesse, Ziele, Leistungen sowie Beziehungen zu Dienstleistungspartnern (PZLD).


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