Ganzheitliches Projektmanagement – „Buzzword“ oder betriebliche Realität?
Von Sebastian Pfeifle, Marc Simon
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2007, Seite 13 - 19. Alle Rechte vorbehalten.
Projektmanagement wird seit geraumer Zeit als ganzheitlicher Ansatz, branchenübergreifende Denkweise und eigenständige Disziplin der Wirtschaftswissenschaften verstanden. Das Projektmanagement hat sich dabei im zeitlichen Verlauf von einer Randerscheinung in einigen technischen Spezialgebieten im Großprojektbereich, insbesondere im Militär und in der Raumfahrtentwicklung, mittlerweile zu einer ganzheitlichen Disziplin und zu einer weitverbreiteten strategischen Option der organisatorischen Gestaltung von Unternehmen entwickelt. Doch wodurch ist diese viel zitierte Ganzheitlichkeit gekennzeichnet, die in der aktuellen Managementliteratur immer wieder als zentrales Charakteristikum des Projektmanagements genannt wird? Verbirgt sich dahinter lediglich die Tatsache, dass es sich bei Projektmanagement um einen interdisziplinären Ansatz handelt, der verschiedene Wissensgebiete integrativ verknüpft (Zeitmanagement, Kostenmanagement usw.), oder muss man sich schlicht damit abfinden, dass der Begriff Ganzheitlichkeit im heutigen Businessumfeld geradezu inflationär verwendet wird und kaum noch ein vielversprechender neuer Consultingansatz der Topmanagementberatungen ohne diese auskommt?
In diesem Beitrag soll anhand des aktuellen Projektmanagementansatzes der DaimlerChrysler Financial Services AG (DCFS) beschrieben werden, was dort unter einem ganzheitlich ausgerichteten Projektmanagement zu verstehen ist und wie dieses in der betrieblichen Praxis realisiert und konkret ausgestaltet werden konnte. Als Tochter des DaimlerChrysler-Konzerns ist die DaimlerChrysler Financial Services AG der weltweit drittgrößte herstellerverbundene Finanzdienstleister. Mit maßgeschneiderten Finanzdienstleistungen – von Finanzierung und Leasing über Versicherungen bis hin zum Flottenmanagement – unterstützt DCFS den Absatz der Automobilmarken des DaimlerChrysler- Konzerns. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin ist in 39 Ländern mit rund 11.000 Mitarbeitern tätig und betreut ein Vertragsvolumen von 113 Milliarden Euro. Die Darstellungen beziehen sich dabei auf eine im Jahre 2003 durch den Vorstand verabschiedete Initiative mit dem strategischen Ziel, das Projektmanagement bei DCFS zu professionalisieren.

Identifizierte Handlungsfelder zur Professionalisierung des Projektmanagements
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