Der Kontext zum Product-Lifecycle
Von Manfred Saynisch
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 4/2006, Seite 14 - 22. Alle Rechte vorbehalten.
Zunächst werden neue Anforderungen in der industriellen Produktentwicklung und Organisation, wie zum Beispiel immer kürzere Produktzyklen oder komplexer werdende Produkte, dargelegt und in einigen Beispielen erläutert. Der Stand der Technik und die wesentlichen Problemkreise, die als Ausgangspunkt für die Lösungen von morgen dienen, werden im 2. Teil dargelegt.
* Der Schwerpunkt liegt dabei auf den unzureichenden Möglichkeiten der Projektfortschrittsmessung im Projekt-Controlling, der interdisziplinären Integration technischer Funktionsbereiche und der organisatorischen Integration kooperierender Unternehmen.
* Im Rahmen einer Strategie zur Meisterung von Komplexität wird aufgezeigt, dass das Konzept des produktzentrierten Projektmanagements im Kontext von Product-Lifecycle Management das traditionelle Verständnis von Projektmanagement mit seinen begrenzten Möglichkeiten zur Komplexitätshandhabung erweitern kann.
Zu jedem diskutierten Problemkreis werden Lösungsansätze identifiziert und kurz erläutert. Diese Lösungsansätze auszuformen und in Prozessen, Systembeschreibungen und Anwendungszusammenhängen darzulegen, wird in den weiteren Artikeln in diesem Heft von Saynisch, Karcher, Jungkunz und Geckler vorgenommen.
1 Neue Herausforderungen in der industriellen Produktentwicklung und Organisation
Nach einem einleitenden Überblick zu den neuen Herausforderungen werden diese in mehreren Beispielen erläutert.
1.1 Einführender Sachverhalt
Neue Anforderungen, wie
- immer kürzere Produktzyklen und Time-to-Market- Spannen,
- komplexer werdende Produkte, zum Beispiel:
- die Höchstintegration von Mechanik, Elektronik und Informatik (Mechatronik); die Funktionalität der meisten modernen Produkte wird in rapid steigendem Maße nur noch softwaretechnisch realisiert (Embedded Software),
- bei komplexen IT/Organisationsprojekten
- oder bei der Softwareentwicklung im Client/Server- Umfeld für verschiedene Plattformen,
- Globalisierung, instabile Märkte,
- steigende Kundenanforderungen,
- steigende Variantenvielfalt und Qualitätsanforderungen
- etc.,
bedingen neue Arbeitsstrukturen und Vorgehensweisen, wie
- interdisziplinäre Zusammenarbeit,
- integrative Vorgehensweisen,
und erfordern neue Organisationsstrukturen wie
- bei der interdisziplinären, verteilten und vernetzten Produktentwicklung,
- bei der interdisziplinären, verteilten oder vernetzten Projektdurchführung
- oder bei der Hersteller-Zulieferer-Integration (Collaborative Work, Internet-Engineering, Vertragspartnerorganisation).
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