„Raus aus der Routine“, erschienen im Harvard Business Manager im Mai 2005
Von Kai Matthiessen
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2006, Seite 27. Alle Rechte vorbehalten.
Mit unseren Forderungen, die viel betretenen Pfade des Projektmanagements zu verlassen und doch einmal losgelöst von den alten Rezepten für eine alternative Herangehensweise zu werben, wollten wir bewusst irritieren – was uns anscheinend selbst bei Heinz Schelle geglückt ist. In seinem Kommentar scheint uns zu kurz zu kommen, dass unsere in der Praxis in unterschiedlichen Industrien erprobten Regeln insbesondere für so genannte „illdefined“ Projekte gelten. Dies sind Projekte, deren genaue Kosten und Nutzen nicht im Vorfeld bestimmt werden können und stark von den Interpretationen der beteiligten Akteure abhängen, wie dies beispielsweise bei Reorganisationsmaßnahmen der Fall ist. Dies ist der primäre Anwendungsfall für die von uns aufgestellten fünf Regeln:
Regel 1: „Auf eine genaue Definition von Zielen wird verzichtet. Es wird ein „Zielkorridor“ festgelegt.“
Antwort: Die Regel mag nicht neu sein, insbesondere unter reflektierenden Managern und Wissenschaftlern. Allerdings sieht der Alltag eines Projektmanagers, wie wir ihn in Organisationen beobachtet haben, anders aus. Hier hat ein Projektantrag nur Aussicht auf Erfolg, wenn das Feld „Ziele des Projektes“ mit eindeutigen, affirmativen Aussagen gefüllt ist. Vordergründig werden so die Rationalisten zufrieden gestellt. Einer Debatte über Kontingenz wird ausgewichen.
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