Von Siegfried Seibert

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2006, Seite 45 - 48. Alle Rechte vorbehalten.
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Seit Anfang der 90er Jahre ist das V.Modell ein verbindlicher Standard für IT-Projekte im Verteidigungsbereich und in Bundesbehörden. Anfang 2005 wurde das grundlegend überarbeitete V.Modell XT eingeführt, das mittlerweile in der Version 1.2 vorliegt. Gegenüber dem früheren V.Modell 97 waren mit der Aktualisierung insbesondere eine verbesserte Anpassbarkeit an die Projektrandbedingungen und eine stärkere Betonung der Schnittstelle zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer verbunden. Außerdem sollte der Anwendungsbereich auf den gesamten Lebenszyklus von Entwicklungsprojekten ausgedehnt werden. Allerdings gibt es nach wie vor noch Verbesserungspotenziale. Insbesondere das Projektmanagementverständnis des Modells wirft eine Reihe von Fragen auf. Im vorliegenden aktuellen Stichwort wird ein Uberblick über die Neuerungen des V.Modells XT und dessen Projektmanagementbausteine gegeben.

Modulare Vorgehensbausteine als Grundlage

Vorgehensmodelle beschreiben den idealtypischen Umfang und Ablauf der Aktivitaten, die zur Erreichung eines Projektziels erforderlich sind. Sie geben damit einen Rahmen vor, mit dem ein Projekt strukturiert und durchgeführt werden kann. In der Regel enthalten sie Aussagen zu den Projektphasen und Meilensteinen, den Zwischenergebnissen, den Arbeitsschritten und deren Zuständigkeiten sowie den anzuwendenden Standards, Richtlinien, Methoden und Werkzeugen in einem Projekt. Auch das für IT-Vorhaben bei Bundesbehörden vorgeschriebene V.Modell folgt diesem Grundprinzip.

Basis des neuen V.Modells XT in der seit Februar 2006 gültigen Version 1.2 sind 21 miteinander verknüpfte Vorgehensbausteine. Jeder dieser Vorgehensbausteine fasst Ergebnisse und Zwischenergebnisse (im V.Modell als "Produkte" bezeichnet), Arbeitsschritte ("Aktivitaten") und Zuständigkeiten ("Rollen") zusammen, die für die Erfüllung einer bestimmten Aufgabenstellung erforderlich sind.


Abb.: Projektdurchführungsstrategien von Auftraggeber und Auftragnehmer mit inkrementeller Systementwicklung (Quelle: V-Modell XT 1.2)



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