Missverständnisse eliminieren, Fehler vermeiden

Von Christian Pikalek, Chris Rupp

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2006, Seite 28 - 32. Alle Rechte vorbehalten.
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Innerhalb von Projektteams kann man immer wieder beobachten, dass sich Diskussionen über Sachverhalte im Nachhinein als reine Missverständnisse in der Kommunikation erweisen, da die Kontrahenten eigentlich das Gleiche meinen, es aber unterschiedlich ausdrücken. Die Konsequenzen solcher Auseinandersetzungen können im schlimmsten Fall zu verhärteten Fronten und Grabenkämpfen innerhalb Ihres Teams führen, also pures Gift für ein erfolgreiches Projekt sein. Bei Offshore-Projekten und -Teams ist dies leider nicht die einzige Klippe, die es zu umschiffen gilt.

Die Tücken des Offshoring

Falls Ihr Unternehmen vor der Entscheidung steht, ob es Software inhouse oder offshore entwickeln will, so scheint die Wahl zunächst nicht schwer zu sein. Schenkt man den Werbebotschaften der Offshore-Anbieter Glauben, so erhöht Offshoring unter anderm die Flexibilität des Ressourceneinsatzes, ermöglicht unbegrenzte Arbeitszeiten, spart bis zu 60 % der Ausgaben und wandelt fixe in variable Kosten um. Bereits nach kurzem Studium dieser Heilsversprechungen könnte man die Liste leicht um weitere Punkte ergänzen. Warum zögern dennoch einige Unternehmen?

Die immer noch vornehme Zurückhaltung einiger Unternehmen beruht vor allem auf der Vielzahl fehlgeschlagener Projekte. Vor diesem Hintergrund führte Moczadlo eine Untersuchung durch, in der deutsche Unternehmer über ihre Erfahrungen im Bereich des Offshoring befragt wurden. Dabei kristallisierten sich insgesamt acht Hauptrisikobereiche heraus. Vor allem die folgenden drei Punkte stellen die Unternehmen vor die größten Herausforderungen, da hier viele Faktoren systematisch unterschätzt werden:

  • Falsches Management-Denken
  • Kulturelle Unterschiede
  • Sprachliche Schwierigkeiten

Unsere Projekterfahrung hat gezeigt, dass gerade die sprachlichen Schwierigkeiten, also die Wissensermittlung und -übertragung zwischen den Projektbeteiligten des Auftraggebers und des Auftragnehmers, über Erfolg oder Misserfolg eines Offshore-Projektes entscheidet. Deshalb werden wir Ihnen diese Thematik etwas näher bringen.

Offshoring kompakt

Da die Ausprägung des Offshoring viele Facetten aufweist und um Ihnen den Einstieg in die Materie zu erleichtern, möchten wir Ihnen zunächst die beiden extremsten Vorgehensmodelle vorstellen, da diese die Intensität und die Art der Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten bestimmen. Mehr Informationen zu allen Vorgehensmodellen finden Sie in.


Abb.: Das war der Anfang einer langen Freundschaft – die Offshore Workbench

Spezifikationen über den Zaun werfen

Das Vorgehensmodell in Sequenz (Abb. 1) eignet sich gut für den Einstieg in den Offshoring-Markt (z. B. zur Evaluierung eines Partners). Allerdings sollte es sich bei dem Pilotprojekt um einen klar abgrenzbaren, möglichst vom täglichen Geschäft unabhängigen Bereich handeln, so dass Sie das Experiment notfalls erfolglos und halbwegs schadlos beenden können. Beim In-Sequenz-Modell übergibt der Auftraggeber sein Lastenheft und der Offshore-Anbieter setzt es Wort für Wort um. Während des Projekts wird nur minimal zwischen Ihrem Team und dem des Auftragnehmers kommuniziert.


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