Strukturierte Besetzung des Projektteams in komplexen IT-Projekten

Von Thomas Jurisch, Jessica von Zitzewitz

© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 2/2006, Seite 21 - 26. Alle Rechte vorbehalten.
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Erfolgreiche Teams machen Projekte erfolgreich! Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ein gelungenes Projekt ist die richtige Zusammenstellung eines erfolgreichen Projektteams. Dieser Artikel betrachtet dazu die Situation eines großen IT-Projekts und setzt sich vor allem mit der Frage auseinander, wie die Rollen im Projektteam optimal zu besetzen und die geeigneten Kandidaten auszuwählen sind. Es wird ein Modell vorgestellt, das dem Auftraggeber die Möglichkeit gibt, die Auswahl der internen wie auch externen Teammitglieder sowie die Zusammenstellung des Projektteams aktiv zu beeinflussen.

Erfolgreiche Teams machen Projekte erfolgreich! Dieser plakative Ausspruch hat durchaus seine Richtigkeit. Denn das Scheitern von Projekten, in diesem Falle von großen IT-Projekten, ist meist nicht das Resultat von Problemen mit Software und/oder Technologie. Für Projektkrisen sind in erster Linie Projektorganisation, -prozesse und vor allem die Beteiligten, also das Projektteam, verantwortlich. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ein gelungenes Projekt ist daher die Zusammenstellung eines erfolgreichen Projektteams. Die Kernfragen in diesem Zusammenhang sind:

  • Welche Rollen im Projektteam fordert das Projekt?
  • Welche Aufgaben und Ziele sind mit diesen Rollen verbunden?
  • Wie besetze ich die Rollen optimal, und wie wähle ich die geeigneten Kandidaten aus?

In diesem Artikel wollen wir uns mit diesen Kernfragen beschäftigen und am Beispiel eines Projekts zur unternehmensübergreifenden Einführung eines ERP-Systems (siehe Kasten) ein Modell vorstellen, das dem Auftraggeber in komplexen IT-Projekten erlaubt, aktiv Einfluss auf die Auswahl der internen wie auch externen Teammitglieder und die Zusammenstellung des Projektteams zu nehmen.

Eigenheiten eines ERP-Projekts

Ein komplexes IT-Projekt, wie die Einführung einer neuen ERP-Software, gehört für die meisten Unternehmen nicht zum Tagesgeschäft, sondern stellt eine außergewöhnliche und oft einmalige Herausforderung dar. Es ist ein Projekt, das die Abläufe im Unternehmen genau wie seine Zukunftsfähigkeit massiv beeinflusst. Es ist ein Vorhaben, das spezifische Fähigkeiten und Kenntnisse, Erfahrung und methodisches Know-how erfordert. Im Regelfall wird es nicht vom Unternehmen alleine bewältigt, sondern mit Unterstützung durch den Anbieter der ausgewählten Software bzw. einen damit beauftragten Implementierungsdienstleister. Der Implementierer (oder das Systemhaus) hat die Aufgabe, die Software im Unternehmen einzuführen. Dabei übernimmt er in Zusammenarbeit mit dem internen Projektleiter das Projektmanagement und ist vor allem zuständig für Installation und Customizing der Software, die Erstellung von Individualprogrammierungen sowie je nach Betriebskonzept auch für den späteren Betrieb der Anwendung bzw. die Planung desselben. Er wirkt bei der Gestaltung der Geschäftsprozesse mit, denen die Software zugrunde liegt, und hat damit maßgeblichen Einfluss auf die spätere Arbeitsweise jedes Einzelnen im Unternehmen.


Abb.: Teamzusammenstellung für komplexe IT-Projekte im Phasenverlauf



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