Indiens Finanzminister fordert größere Anstrengungen im Projektmanagement
Von Oliver Steeger
© GPM-Magazin PMaktuell - Heft 1/2006, Seite 57 - 58. Alle Rechte vorbehalten.
Indiens Finanzminister Shri P. Chidambaram überraschte die 1.200 aus aller Welt versammelten Projektmanager mit deutlichen Worten. Der Politiker kritisierte ausufernde Kosten und Terminverzögerungen bei vielen Projekten auf dem indischen Subkontinent. Besonders für seine Verkehrsprojekte benötige das Land mit einer Milliarde Menschen mehr kompetente Projektmanager. Im Vergleich zu China sei Indien, so der Minister, deutlich im Rückstand. Was indes die aus 62 Nationen zum „19 th IPMA World Congress 2005“ nach New Delhi angereisten Projektmanager noch mehr überraschte: Der Minister gab sich persönlich die Ehre, um seine Botschaft zu überbringen. Und er brachte gleich noch ein weiteres Mitglied des indischen Kabinetts zur Kongresseröffnung mit.

Glückliche Preisträger auf der Award-Gala in New Delhi: Rund 1.200 Gäste aus über sechzig Nationen wohnten der feierlichen Verleihung des „International Project Management Award 2005“ bei. (Foto: IPMA)
Projektmanagement, so berichteten die aus Indien heimgekehrten GPM-Fachleute, hat in Asien derzeit einen deutlich höheren Stellenwert als im Westen. In vielen Schwellenländern sieht man sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik große Chancen durch Projektmanagement. Der Ehrgeiz ist gewaltig, mit dem Westen gleichzuziehen. So wunderte es kaum,dass erstmals ein indisches Projektteam den „International Project Management Award 2005“ errang und sich neben einem weiteren indischen auch ein chinesisches Team als Preisträger platzierte. „In Sachen Projektmanagement wird Asien zunehmend weltweit zu einer festen Größe“, sagt Otto Zieglmeier, Vizepräsident der IPMA sowie Chairman des achtköpfigen IPMA Awardmanagement Board.
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